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Terroranschläge in Indien: Attentäter töteten im Drogenrausch

zuletzt aktualisiert: 02.12.2008 - 12:23

Bombay (RPO). Die Attentäter der verheerenden Terroranschläge in der indischen Metropole Bombay kämpften mehr als 60 Stunden ohne Pause, töteten insgesamt 172 Menschen und lieferten den Sicherheitskräften einen erbitterten Kampf. Jetzt ist klar, wie die Terroristen es so lange aushalten konnten. Sie waren vollgepumpt mit Drogen.

Die Ermittler fanden an den Anschlagsorten in Bombay Reste von LSD und Kokain, zudem wurden im Blut der Terroristen Spuren von Aufputschmitteln festgestellt, wie das britische Blatt "Telegraph" unter Berufung auf Behördenvertreter berichtet.

Zudem wurde bekannt, dass die Angreifer in Pakistan von der Extremistengruppe Lashkar-i-Toiba ausgebildet wurden. Diese war auch für den Anschlag auf das indische Parlament im Jahr 2001 verantwortlich.

Unterdessen versuchen Indien und Pakistan den politischen Konflikt zu lösen. Die indische Regierung forderte das Nachbarland auf, 20 Verdächtige auszuliefern. Außenminister Pranab Mukherjee teilte am Dienstag mit, dass dem pakistanischen Hochkommissar in Indien eine Liste mit den Namen der Terrorverdächtigen übergeben worden sei.

Die pakistanische Regierung schlug Indien derweil die Einsetzung einer gemeinsamen Kommission zur Aufklärung der Anschläge vor. Pakistan sei bereit, sich an so einem Gremium zu beteiligen, um die Ermittlungen zu den Angriffen zu unterstützen, sagte Außenminister Shah Mehmood Qureshi am Dienstag im pakistanischen Fernsehen. Die Beziehungen der beiden Nachbarländer sind derzeit äußerst gespannt, da Indien pakistanische Extremisten hinter der Angriffsserie vermutet.

Keine Militäraktion geplant

Indien plane keine Militäraktion gegen Pakistan, sagte Mukherjee laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Press Trust of India am Dienstag nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats. Bei dem Treffen des Gremiums mit Vertretern des Verteidigungsministeriums, des Außen- sowie Innenministeriums sowie des Militärs wurde über das Vorgehen der indischen Sicherheitsbehörden nach den Anschlägen beraten.

Ein Vertreter des indischen Außenministeriums hatte am Montag gesagt, es habe einen "enormen Rückschlag" im Vertrauensverhältnis mit Pakistan gegeben. Die Angreifer stammten "alle" aus dem Nachbarland.

Die indische Regierung steht nach dem Terrorüberfall aber auch selbst unter massivem Druck, da den Behörden Versagen vorgeworfen wird. So soll der Geheimdienst bereits im September von der Anschlagsplanung informiert gewesen sein. Ministerpräsident Manmohan Singh bereit am Dienstag mit Sicherheitsbeauftragten über mögliche Pannen.

Bei den Überfällen auf zwei Luxushotels und andere Ziele wurden 172 Menschen getötet und 239 verletzt.


 
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