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Schüsse bei Wahlkampfveranstaltung: Attentat: Taiwans Präsident angeschossen

zuletzt aktualisiert: 19.03.2004 - 17:18

Taipei (rpo). Auf den Präsidenten von Taiwan, Chen Shui-bian, ist am Freitag ein Attentat verübt worden. Einen Tag vor der Präsidentschaftswahl in Taiwan ist der Amtsinhaber bei einer Wahlkampfveranstaltung angeschossen worden.

Der Präsident sei aber nicht schwer verletzt und bei Bewusstsein. Die Präsidentschaftswahl werde wie geplant am Samstag stattfinden.

Stunden nach dem Anschlag auf den taiwanischen Präsidenten Chen Shui-bian hat sich dieser über das Fernsehen an die Nation gewandt. Dank der guten medizinischen Behandlung gehe es ihm gut, sagte Chen am Freitagabend im taiwanischen Fernsehen.

Er bedankte sich für das Mitgefühl der Bürger und betonte, die "nationalen Sicherheitsmechanismen" seien nach dem Anschlag in Gang gesetzt worden. Chen rief das Volk zur Ordnung auf.

Auch Chens bei dem Anschlag ebenfalls verletzte Stellvertreterin Annette Lu versicherte im Fernsehen, sie sei wohlauf. Sie rief die Bürger auf, am Samstag zur Präsidentenwahl zu gehen.

Sofort in die Klinik gefahren

Nach den Schüssen seien beide umgehend ins Krankenhaus gebracht worden, wie ihre Demokratische Fortschrittspartei (DPP) mitteilte. Augenzeugen berichteten, Chen sei in einem Auto mit zurückklappbarem Verdeck unterwegs gewesen, als die Schüsse gefallen seien. Der Fernsehsender TVBS berichtete, das Fahrzeug sei sofort in eine Klinik gefahren.

Ein Abgeordneter der DPP sagte, eine Kugel habe zunächst Vize-Präsidentin Lu am Knie getroffen. Dann sei Chen im Bauch verletzt worden. Der 53-Jährige habe stark geblutet. Chiou betonte jedoch, der Präsident sei bei seiner Einlieferung ins Krankenhaus bei Bewusstsein gewesen.

Der Wahlkampf des charismatischen Präsidenten war vom Streit um ein Referendum geprägt, das am Samstag gleichzeitig mit der Präsidentschaftswahl abgehalten werden soll. Darin will Chen die Bevölkerung über den Kauf von Raketen zum Schutz gegen die Volksrepublik China abstimmen lassen.

Die chinesische Regierung in Peking sieht in dem Referendum einen Schritt zu einer Unabhängigkeitserklärung. Sie betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz. Aber auch in zahlreichen westlichen Ländern wie Deutschland und den USA stieß das Vorhaben auf Kritik. Die internationale Gemeinschaft befürchtet eine weitere Destabilisierung der Sicherheitslage zwischen China und Taiwan.


 
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