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Nur eine Gegenstimme im Parlament
Ehe für alle jetzt auch im katholischen Malta

Auch Malta führt die Ehe für alle ein
Malteser feiern vor dem Parlament die Ehe für alle. FOTO: rtr, DZL/VLD
Valletta. Auch der mehrheitlich katholische Inselstaat Malta führt die Ehe für alle ein. Mit nur einer Gegenstimme beschloss das Parlament in Valletta die Reform am Mittwochabend und setzte sich damit über den Widerstand der Kirche hinweg.

Der Abgeordnete, der dagegen stimmte, führte als Grund seinen christlichen Glauben an. Die Arbeiterpartei hatte nach ihrem Wahlsieg im Juni versprochen, die Ehe für Alle als erste Maßnahme ihrer zweiten Amtsperiode umzusetzen. Auch die größte Oppositionspartei schloss sich an. Ziel der Reform ist es, "die Institution Ehe zu modernisieren", damit alle Erwachsenen das Recht haben, zu heiraten.

Die Abstimmung ist ein Meilenstein für das erzkatholische Land, das erst 2011 ein Scheidungsgesetz einführte. Das neue Gesetz soll schwulen und lesbischen Paaren unter anderem das gleiche Adoptionsrecht geben wie heterosexuellen Partnern. Zudem werden Bezeichnungen wie "Ehemann", "Ehefrau", "Mutter" und "Vater" im Gesetzestext durch geschlechtsneutrale Terminologie ersetzt.

Malta hatte bereits 2014 Lebenspartnerschaften für Homosexuelle eingeführt, aber nur im Ausland geschlossene Homo-Ehen anerkannt. Nach der Abstimmung sollen Homo-Ehen künftig auch auf Malta geschlossen werden können.

Hintergrund: In diesen Ländern gibt es die Homo-Ehe FOTO: afp, DM

Katholische Demonstranten hatten sich vor dem Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Valletta zu einem schweigenden Protest versammelt. Schwule und Lesben haben dort für den Abend eine Feier geplant. Ende Juni hatte der deutsche Bundestag ein Gesetz zur Ehe für alle verabschiedet.

(dpa/veke)
 
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