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Brief des früheren Machthabers veröffentlicht: Aufständische drohen bei Hinrichtung Husseins mit Anschlägen

zuletzt aktualisiert: 27.12.2006 - 21:57

Bagdad (RPO). Nach der Bestätigung des Todesurteils gegen Saddam Hussein haben die sunnitischen Aufständischen im Irak für den Fall seiner Hinrichtung mit Anschlägen auf Amerikaner gedroht. "Die Baath-Partei und der Widerstand sind zur Vergeltung entschlossen", hieß es in einer am Mittwoch im Internet veröffentlichten Erklärung der ehemaligen irakischen Regierungspartei. Für die Vollstreckung des Todesurteils werde die US-Regierung verantwortlich gemacht.

Ebenfalls auf einer Web-Site der früheren Baath-Partei wurde später ein Brief Saddam Husseins veröffentlicht, in dem er seine Landsleute dazu aufruft, nicht die Menschen jener Länder zu hassen, die den Irak angegriffen hätten. In diesen Ländern gebe es auch Leute, die den Kampf der Iraker gegen die Invasoren unterstützten, hieß es in dem Schreiben, dessen Echtheit von einem Anwalt des früheren Machthabers, Issam Ghassawi, bestätigt wurde. Demnach wurde der Brief am 5. November verfasst, also an dem Tag, an dem Saddam Hussein von dem Sondertribunal zum Tode verurteilt worden war. Eigentlich habe Saddam Hussein den Brief als Schlusswort verlesen wollen. Das Tribunal habe ihm damals jedoch nicht das Wort erteilt.

Die Entscheidung des Berufungsgerichts in Bagdad vom Dienstag, den früheren Staatschef innerhalb von 30 Tagen durch den Strang hinzurichten, muss entgegen früheren Erklärungen möglicherweise nicht mehr von Staatspräsident Dschalal Talabani bestätigt werden. Dies werde gegenwärtig in Abstimmung mit dem Tribunal geprüft, sagte am Mittwoch Talabanis Berater Hiwa Osman. In jedem Fall werde die Entscheidung von Talabani respektiert.

Das Weiße Haus begrüßte die Bestätigung des Todesurteils gegen Saddam Hussein. Die Entscheidung markiere "einen wichtigen Meilenstein bei den Bemühungen des irakischen Volkes, die Herrschaft eines Tyrannen durch die Herrschaft des Rechts zu ersetzen", sagte Sprecher Scott Stanzel am Dienstag. Der Expräsident war am 5. November wegen eines Massakers an Schiiten im Jahr 1982 zum Tod verurteilt worden.

Bei der Explosion einer Autobombe im Osten von Bagdad kamen am Mittwoch acht Menschen ums Leben, zehn wurden verletzt. Der Anschlag richtete sich nach Polizeiangaben gegen eine Kontrollstelle der irakischen Armee. Bei den Opfern handelt es sich jedoch ausschließlich um einfache Bewohner der irakischen Hauptstadt.

Der designierte Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im US-Senat, Joseph Biden, lehnte eine Aufstockung der Truppen im Irak ab. Der demokratische Politiker kündigte am Dienstag zugleich an, der Ausschuss wolle Außenministerin Condoleezza Rice im Januar über die neue Irak-Politik der Regierung befragen.

Quelle: ap

 
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