kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Rote Moschee in Islamabad: Augenzeuge spricht von "wahllosem Töten"

zuletzt aktualisiert: 10.07.2007 - 15:51

Islamabad (RPO). Schwere Kämpfe zwischen der pakistanischen Armee und radikalen Islamisten haben die in einem ruhigen Viertel von Islamabad gelegene Rote Moschee am Dienstag in ein Schlachtfeld verwandelt. "Überall sind Leichen", berichtet ein Augenzeuge telefonisch aus dem Innern des Gebäudes.

Seit Sicherheitskräfte um 5 Uhr morgens (2 Uhr MESZ) begonnen haben, die von militanten Islamisten besetzte Moschee zu stürmen, kamen nach Armeeberichten mindestens 58 Menschen ums Leben.

Am Vormittag steigt dichter Rauch über dem Gebäudekomplex auf. Starke Explosionen erschüttern auch das nahe gelegene Botschaftsviertel. Nach Augenzeugenberichten brennt auf dem Moscheegelände die Koranschule für Mädchen. Dutzende Krankenwagen pendeln zwischen Krankenhaus und der Moschee, um Verletzte abzutransportieren.

Der Augenzeuge im Innern der Moschee spricht von einem "wahllosen Töten". Er benutzt für das Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP das Telefon des Anführers der radikalen Islamisten, Abdul Rashid Ghazi.

"Es gibt keinen Kontakt untereinander, weil niemand die Räume und Keller verlassen kann", sagte der Augenzeuge, der nicht namentlich genannt werden möchte. Immer wieder wird das Gespräch durch Explosionsgeräusche unterbrochen. "Die Studenten befinden sich in verschiedenen Gebäuden und sind entschlossen bis zum Tod zu kämpfen", sagt der Mann weiter. Ghazi sei unversehrt, aber seine Mutter sei am Qualm einer Explosion erstickt.

50 Islamisten offenbar geflohen

Rund 50 islamistische Kämpfer nutzen nach Angaben des Armeesprechers Waheed Arshad eine kurze Feuerpause am Vormittag, um aus dem umkämpften Gebetshaus zu fliehen. Dreiviertel des Geländes habe die pakistanische Armee seit Beginn des Sturms auf die Moschee am Dienstagmorgen bereits von den Islamisten befreit, sagt der Sprecher. Dabei seien die Soldaten auch von den Minaretten aus beschossen worden. "Sie haben die Heiligkeit der Moschee verletzt", sagt Arshad über die Islamisten.

Vor der Moschee warten verzweifelte Eltern auf Neuigkeiten von ihren Kindern, die sich noch auf dem Gelände befinden sollen. "Wenn ich die Explosionen und die Schüsse höre, fühle ich, dass sie meine Brust durchbohren", sagte Maqsood Hussain, der auf seinen 14-jährigen Sohn wartet. Die Armee hat ihm und anderen Eltern zwar mit Lastwagen die Sicht auf das Gebetshaus verstellt, aber die Kampfgeräusche und den aufsteigenden Rauch kann sie damit nicht blockieren. Einige Eltern beschweren sich über die schlechte Informationspolitik der pakistanischen Armee.

Koranschüler als menschliche Schutzschilde

Etwa hundert kampfbereite Männer verschanzen sich nach Armeeangaben weiter in den Kellern und Dienstbotenräumen der Moschee. Mit Maschinengewehren, Granaten und Raketenwerfern leisten sie "heftigen Widerstand" und halten 300 bis 400 Koranschüler, darunter auch Frauen und Kinder, als menschliche Schutzschilde fest. Die Anführer der Moscheebesetzer bestreiten, Geiseln genommen zu haben. Mit Lautsprecherdurchsagen fordert die pakistanische Armee die Islamisten zur Aufgabe auf: Wer nicht mit erhobenen Händen das Gebäude verlasse, werde erschossen.

Etwa 60 Frauen und Kinder können nach Armeeangaben bis zum Nachmittag von den pakistanischen Sicherheitskräften gerettet werden. Darunter seien auch die Frau und die Tochter von Ghazi. Einige Frauen rufen nach Augenzeugenberichten beim Verlassen der Moschee "Dschihad, Dschihad".

Experten zufolge ist der Konflikt zwischen dem pakistanischen Staat und den Islamisten der Roten Moschee äußerst ernst zu nehmen. Laut dem Politikwissenschaftler Rasool Bakhsh Raees bedrohen die extremistischen Tendenzen in Pakistan zunehmend die innere Sicherheit. Professor Tauseef Ahmed von der Universität Karachi führt die wachsende Macht der Islamisten auf Fehler der Regierung zurück: Diese habe jahrelang Islamisten unterstützt, um ihre Interessen in Afghanistan und Kaschmir zu verfolgen.

Quelle: afp

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Umstrittene Äußerung zum Islam

Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Joachim Gauck hat sich von der Einschätzung seines Vorgängers Christian Wulff distanziert, der Islam gehöre zu Deutschland. mehr 

Syrische Deserteure drohen Assad

Bürgerkrieg in Syrien

Syrische Deserteure drohen Assad

Die westlichen Staaten und die syrischen Rebellen drohen dem Assad-Regime mit einer härteren Gangart. mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Umstrittene Äußerung zum Islam

Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Bürgerkrieg in Syrien

Syrische Deserteure drohen Assad

Machtkampf bei den Linken

Kipping lässt Riexinger abblitzen

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Kurios: Flugzeuge verhaken sich ineinander

Auf dem Chicagoer Flughafen sind sich zwei sehr ungleiche Flugzeuge ins Gehege gekommen. Eine Boeing 747 wollte sich auf den Weg machen, als ... mehr 

syrien flagge fahne RPO 2007

Bürgerkrieg in Syrien

Syrische Deserteure drohen Assad

Die westlichen Staaten und die syrischen Rebellen drohen dem Assad-Regime mit einer härteren Gangart. Die USA bringen einen Militäreinsatz auch ohne UN-Beschluss ins Spiel. mehr

 

Nahostreise des Bundespräsidenten

Gauck fordert Palästinenser zu Friedensgesprächen auf

 

Nach Selbstverbrennung in Lhasa

China startet Verhaftungswelle in Tibet

 

Ingenieur im Januar verschleppt

In Nigeria entführter Deutscher getötet

 
 
Top-Services