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Opposition fordert erneut unabhängige Untersuchung: Australischer Geheimdienstchef: Irak-Krieg nicht gerechtfertigt

zuletzt aktualisiert: 19.02.2004 - 08:56

Sydney (rpo). Die kritischen Stimmen aus Geheimdienstkreisen zu den angeblichen US-Beweisen für das Waffenarsenal im Irak mehren sich. Jetzt hat auch der Chef eines australischen Nachrichtendienstes den gesamten Krieg als ungerechtfertigt bezeichnet.

Damit haben sich in Australien die Forderungen nach einer unabhängigen Untersuchung verstärkt. Der Chef der australischen Verteidigungssicherheitsdienste, Frank Lewincamp, gab am Mittwoch vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu, Quelle eines Zeitungsberichtes zu sein, laut dem die australische Regierung vor Lücken in den US-Geheimdienstinformationen gewarnt worden war.

Die in Melbourne erscheinende Zeitung "The Age" hatte in ihrer Samstagausgabe unter Berufung auf die ungenannte Quelle berichtet, dass die Bedrohung durch irakische Massenvernichtungswaffen keineswegs die Invasion rechtfertige.

Lewincamp verteidigte seine Aussagen bei einem Gespräch an der Australischen Nationaluniversität damit, er habe nicht gewusst, dass seine Äußerungen veröffentlicht würden. Gleichzeitig wies er einen Teil des Zeitungsberichtes als falsch zurück.

Der Führer der oppositionellen Labor Party, Mark Latham, erneuerte seine Forderung nach einer unabhängigen Untersuchung der Geheimdienstbeweise zu Iraks ABC-Waffenpotenzial.

"Wir können es uns nicht leisten, Fehler zu wiederholen, falls Fehler entweder bei den Empfehlungen der Geheimdienste oder bei den Regierungsentscheidungen gemacht wurden", sagte Latham dem Sender Sky News. Australien unterstützt die US-geführten Koalitionstruppen in Irak mit mehr als 2000 Soldaten.

Der Parlamentssauschuss hatte die australische Regierung laut einem am Wochenanfang veröffentlichten Zeitungsbericht bereits von dem Vorwurf freigesprochen, Geheimdienstinformationen über die Bedrohung durch irakische Massenvernichtungswaffen aufgebauscht zu haben. Nach Informationen des "Sydney Morning Herald" forderten die Ausschussmitglieder aber eine zweite Untersuchung mit größeren Befugnissen.


 
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