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Zwei Anschläge binnen weniger Stunden
Autobombe explodiert vor Eisdiele in Bagdad

Bagdad: Dutzende Menschen sterben bei zwei Anschlägen
IS-Flagge (Symbolbild). FOTO: dpa
Bagdad. Der Fastenmonat Ramadan hat gerade begonnen, da explodiert in der irakischen Hauptstadt Bagdad vor einer beliebten Eisdiele eine Autobombe. Wenig später geht ein zweiter Sprengsatz hoch.

Bei den beiden Anschlägen am Dienstag wurden mindestens 27 Menschen getötet. Der erste Anschlag wurde in der Nacht verübt, bevor Muslime während des Tages fasten, wie es im Fastenmonat ihre religiöse Pflicht ist. Ein gewaltiger Sprengsatz wurde vor einem Eisladen im geschäftigen Viertel Karrada gezündet und riss 15 Menschen in den Tod. Es gab zudem 27 Verletzte. Zu dieser Tat bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Im morgendlichen Berufsverkehr wurde dann im Viertel Schawaka vor einem Versorgungsamt eine Autobombe gezündet, teilte ein Polizeisprecher mit. Zwölf Menschen seien getötet und mindestens 23 verletzt worden. Zu diesem Anschlag bekannte sich zunächst keine Gruppe, der Verdacht fiel aber aufgrund der Ausführung auch hier auf den IS.

Immer wieder Anschläge im Fastenmonat

Während des Ramadans treffen sich viele Familien nach Sonnenuntergang in Cafés und Restaurants und bleiben bis lange in die Nacht auf. Im vergangenen Jahr wurden bei einem IS-Anschlag in Karrada während des Fastenmonats fast 300 Menschen getötet. Es war der schwerste seit Saddam Husseins Sturz im Jahr 2003.

Auf Videoaufnahmen, die in den sozialen Netzwerken verbreitet wurden, waren chaotische Szenen in den Straßen um den Anschlagsort in Karrada zu sehen. Einige Verletzte lagen auf der Straße, andere stützten sich auf Bänken vor der Eisdiele ab. Ein kleines Mädchen läuft wie betäubt durch die Gegend.

Der Anschlag am Dienstag fiel auch in eine Phase, in der der IS beim Kampf um seine letzte urbane Hochburg im Irak, der nordirakischen Metropole Mossul, immer weiter von Regierungstruppen zurückgedrängt wird. Das Militär geht davon aus, dass die Rückeroberung Mossuls zwar das Ende des selbsterklärten IS-Kalifats im Irak bedeuten, aber dass die Miliz weiterhin Anschläge verüben wird.

(oko/ap)
 
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