Mindestens 21 Menschen getötet: Bagdad: Dutzende Tote bei Anschlagserie
zuletzt aktualisiert: 04.10.2004 - 17:37Bagdad (rpo). Die Serie von Bombenanschlägen am Montag im Irak reißt nicht ab. Nach zwei verheerenden Explosionen in Bagdad ist gegen Mittag in Mossul eine dritte Autobombe hochgegangen. Mindestens 21 Menschen sollen ums Leben gekommen sein. Schon in der Nacht auf Montag waren bei US-Luftangriffen auf Falludscha mehrere Iraker getötet worden, unter ihnen Frauen und Kinder.
Die beiden Autobombenanschlägen forderten zudem 100 Verletzte. Bei den US- Angriffen auf die Stadt Falludscha wurden mindestens elf Personen getötet, darunter nach Angaben eines Krankenhausarztes drei Frauen und vier Kinder.
Der erste Anschlag nahe einem Kontrollposten am westlichen Eingang zur Grünen Zone in Bagdad riss am Morgen nach Krankenhausangaben mindestens 15 Menschen in den Tod, 81 weitere wurden verletzt. In der Grünen Zone befinden sich die US-Botschaft sowie mehrere Ministerien der irakischen Übergangsregierung. Ein Sprecher des Innenministeriums erklärte, die Explosion sei von einem mit Sprengstoff gefüllten Geländewagen ausgegangen.
Eine knappe Stunde später detonierte in der Nähe mehrerer großer Hotels eine weitere Autobombe. Anschließend waren Schüsse zu hören, über der Saadnu-Straße stieg schwarzer Rauch auf. Bei dem Anschlag wurden nach offiziellen Angaben sechs Menschen getötet und 15 verletzt.
Zu den Luftangriffen auf Falludscha erklärten die US-Streitkräfte, der erste gegen 01.00 Uhr Ortszeit habe einem Gebäude am Stadtrand gegolten, das Aufständische als Waffenlager genutzt hätten. Der zweite Angriff habe sich gegen einen Treffpunkt von Anhängern des jordanischen Extremisten Abu Mussab al Sarkawi gerichtet.
Attentat auf Ministerialdirektor
Auf einen Ministerialdirektor des irakischen Ministeriums für Wissenschaften und Technologie wurde am Montag in Bagdad ein Attentat verübt. Nach Angaben des Innenministeriums kamen Thamir Abdul-Latif und eine Angestellte des Ministeriums ums Leben.
Bei einem Granatenangriff auf das Rathaus von Bakuba wurden nach Polizeiangaben eine Person getötet und sieben weitere verletzt. Zudem wurde der Polizeichef der nahe gelegenen Ortschaft Baladrus auf offener Straße erschossen, wie die Polizei in Bakuba mitteilte.
Zwei Bombenexplosionen wurden aus der nordirakischen Stadt Mossul gemeldet. Nach Angaben der US-Streitkräfte kamen zwei mutmaßliche Extremisten ums Leben, als eine Bombe in ihrem Auto explodierte. Bei einem Autobombenanschlag auf einen US-Militärkonvoi in der Stadt wurde ein amerikanischer Soldat verletzt.
In der Nähe der nordirakischen Stadt Kirkuk wurde bereits am Sonntag die kopflose Leiche eines irakischen Polizisten entdeckt, wie die Polizei am Montag mitteilte.
Polen will Soldaten 2005 abziehen
Der polnische Verteidigungsminister Jerzy Szmajdzinski sprach sich unterdessen für einen Abzug der Truppen seines Landes aus dem Irak Ende nächsten Jahres aus. Er sagte in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der Zeitung "Gazeta Wyborcza", seiner Meinung nach sollte der Einsatz mit dem Ablauf des UN-Mandats für die polnischen Truppen enden. Das Mandat geht bis Dezember 2005. Polen hat 2.400 Soldaten im Irak stationiert und befehligt dort den Einsatz von rund 3.000 weiteren Soldaten aus anderen Staaten.
Die britische Botschaft in Bagdad erklärte unterdessen, sie könne Berichte nicht bestätigen, wonach der Brite Kenneth Bigley von seinen Entführern an eine andere Gruppierung übergeben worden sei. Der Ingenieur wurde vor zwei Wochen verschleppt. Seine Entführer, die Gruppe Tauhid und Dschihad des jordanischen Extremisten Al Sarkawi, fordern die Freilassung aller irakischen Frauen aus den Gefängnissen. Eine Botschaftssprecherin erklärte, es lägen keine Informationen darüber vor, dass er an eine andere Gruppe übergeben worden sei. Bigleys Bruder Paul hatte im BBC-Fernsehen von einem entsprechenden Bericht einer kuwaitischen Zeitung gesprochen.
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