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Balkanroute
Migranten demonstrieren an Mazedoniens Grenze

Fotos: Flüchtlinge stürmen Grenze in Idomeni
Fotos: Flüchtlinge stürmen Grenze in Idomeni FOTO: ap, TS
Athen. Einen Tag nach den schweren Ausschreitungen am griechischen Grenzübergang Idomeni haben am Dienstag erneut Dutzende Migranten lautstark die Öffnung des mazedonischen Grenzzauns gefordert.

Um die Mittagszeit versammelten sich rund 100 überwiegend junge Männer und skandierten "Öffnet die Grenze". Sie riefen die anderen Migranten auf, sich wie am Vortag zum etwa 200 Meter entfernten Zaun zu begeben, um dort für einen freien Zugang nach Mitteleuropa zu demonstrieren. Zu Ausschreitungen kam es zunächst nicht, wie das Staatsfernsehen (ERT) weiter berichtete. Mitarbeiter humanitärer Organisationen schätzten, um den Grenzübergang von Idomeni hätten sich bis Dienstag mehr als 8000 Migranten versammelt.

Österreichischer Verteidigungsminister gibt Merkel Mitschuld

Deutschland und die EU tragen nach den Worten des österreichischen Verteidigungsministers Hans Peter Doskozil (SPÖ) eine Mitschuld an den Zuständen an der griechisch-mazedonischen Grenze. Das dortige Flüchtlingschaos offenbare die Hilflosigkeit der EU-Kommission, sagte Doskozil am Dienstag in Wien. "Deutschland ist hier mitverantwortlich und prolongiert diese Hilflosigkeit."

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) solle für eine einheitliche Linie in Deutschland sorgen, forderte er. Österreich werde jedenfalls an seinen nationalen Maßnahmen festhalten. Er erwarte nicht, dass es rasch zu einer gemeinsamen europäischen Lösung komme, sagte der SPÖ-Politiker.

Die österreichische Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) meinte angesichts der Auseinandersetzungen an der griechisch-mazedonischen Grenze zwischen Polizei und Flüchtlingen, "dass es nicht sein kann, dass sich Flüchtlinge mit Gewalt Zutritt über die Grenze verschaffen".

(rent/dpa)
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