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Balkanroute
Slowenien lässt ab Mitternacht keine Flüchtlinge mehr durch

So verheerend ist die Situation der Flüchtlinge
Ljubljana/Belgrad. Die Flüchtlingsroute über den Balkan ist praktisch dicht: Das EU-Land Slowenien wird in Kürze an seinen Grenzen EU-Visa für die Einreise verlangen.

Diese Maßnahme werde am Dienstag um Mitternacht in Kraft treten, teilte das serbische Innenministerium nach einer entsprechenden Information aus Slowenien mit. Serbien werde sich dem Schritt anschließen und seine Grenzen mit Bulgarien und Mazedonien schließen, hieß es weiter.

Damit dürfte die Balkanroute für Migranten und Flüchtlinge nun gänzlich geschlossen sein. Mazedonien hat in den vergangenen Tagen kaum noch Flüchtlinge von Griechenland aus Richtung Westeuropa passieren lassen. Mit den neuen Maßnahmen kämen Flüchtlinge und Migranten ohne EU-Visa nicht mehr nach Serbien, Kroatien, Slowenien und Österreich. Serbien könne es sich nicht erlauben, selbst kollektives Zentrum für Flüchtlinge zu werden, so das Innenministerium weiter.

Der slowenische Regierungschef Miro Cerar sagte am Dienstag, der EU-Gipfel vom Vortag habe die "sehr klare Botschaft an alle Schlepper und illegalen Migranten gesandt, dass diese Route nicht länger existiert, sie ist geschlossen." Nur noch Migranten mit Dokumenten, die im Schengen-Raum nötig seien, werde die Einreise erlaubt.

Slowenien werde in Zukunft pro Monat 40 bis 50 Menschen Asyl gewähren, zitierte das nationale slowenische Radio Cerar. Bisher waren die Menschen auf der Balkanroute von einem an den nächsten Staat weitergereicht worden, weil sie am Ende nach Österreich und vor allem nach Deutschland wollten. Der Staatssekretär im slowenischen Innenministerium, Bostjan Sefic, bekräftigte die Zusage seines Landes, 863 Flüchtlinge innerhalb des EU-Quotensystems aufnehmen zu wollen.

(felt/AFP/dpa/ap)
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