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Warnung an künftigen US-Präsidenten
Obama behält sich Kritik an Trumps Amtsführung vor

Barack Obama behält sich Kritik an Donald Trumps Amtsführung vor
US-Präsident Barack Obama über Kritik an seinem Nachfolger: "Und wenn ich denke, dass es notwendig oder hilfreich für mich ist, diese Ideale zu verteidigen, dann würde ich das abwägen, wenn es so weit ist." FOTO: afp
Lima . Eigentlich halten sich frühere Präsidenten streng zurück, wenn es um die Politik ihrer Nachfolger geht. Barack Obama jedoch schließt eine Kommentierung der Politik von Donald Trump nicht für alle Zeiten aus. Er werde sich wenn, dann aber nur als US-Bürger äußern, der "sich tief um unser Land sorgt".  

Obama hat seinen designierten Nachfolger Donald Trump vor einer Neuausrichtung der Rolle der USA in der Welt gewarnt. Die gegenwärtige liberale Weltordnung beruhe auf der Führungsrolle Washingtons und sei gefährdet, wenn sich die USA nicht auf die richtige Seite stellten, sagte Obama am Sonntag (Ortszeit) im peruanischen Lima.

Er werde sich nicht mit Kritik zurückhalten, wenn er Grundwerte der USA durch die Politik der künftigen US-Regierung gefährdet sieht, sagte Obama. Wenn unter Trumps Führung etwas geschehe, "das die Kernfrage unserer Werte und Ideale berührt, und wenn ich glaube, dass es nötig oder hilfreich ist, wenn ich diese Ideale verteidige, dann werde ich das zu gegebener Zeit bedenken", sagte Obama.

Obama mahnte seinen Nachfolger zudem, die unverzichtbare Bedeutung der Rolle der USA in der Weltpolitik nicht zu unterschätzen. "Mein wichtigster Rat an den neuen Präsidenten ist, dass die USA wirklich eine unerlässliche Nation in unserer Weltordnung sind", sagte Obama.

Barack Obama empfängt Donald Trump im Weißen Haus FOTO: rtr, KL/gk

"Dann kommt es zum Kollaps"

Die USA hätten die Möglichkeit, "internationale Normen und Regeln" aufrecht zu erhalten und durchzusetzen, sagte er. "Das ist es, was die moderne Welt ausmacht", fuhr Obama fort. Sollten die USA diese Rolle nicht wahrnehmen, "dann gibt es niemanden, der diese Lücke füllt, wirklich niemanden".

Obama warnte vor jeglicher Versuchung, die derzeitige Weltordnung mit der starken Rolle der USA in Frage zu stellen. "Nehmen wir als Beispiel mal Europa, bevor diese Weltordnung galt", sagte er. "In 30 Jahren hatten wir dort zwei Weltkriege. Im zweiten wurden 60 Millionen Menschen getötet. Nicht eine halbe Million, nicht eine Million - sondern 60 Millionen. Der Kontinent lag in Trümmern."

Natürlich sei es nicht Aufgabe der USA, sich um jedes Problem weltweit zu kümmern, sagte Obama. "Aber wenn der amerikanische Präsident und die USA nicht auf der Seite dessen stehen, was richtig ist, und wenn wir dafür nicht einstehen und nicht kämpfen, auch wenn wir nicht überall hundert Prozent erreichen können, dann kommt es zum Kollaps."

Viele Rechtsaußen-Vertreter in Trumps Team

Obama rief zugleich erneut dazu auf, Trumps Amtsübernahme wohlwollend zu begleiten und ihm Spielraum zu geben, seine politischen Ziele zu formulieren und sein Regierungsteam zu bilden. "Ich will dem Amt Respekt zollen und dem designierten Präsidenten die Gelegenheit geben, seine Plattform und seine Argumente vorzubringen", sagte Obama.

Trump hatte zuvor erste wichtige Personalentscheidungen bekannt gegeben und dabei zum Entsetzen vieler liberaler US-Bürger vor allem Rechtsaußen-Vertreter berücksichtigt. Am Freitag benannte Trump den erzkonservativen Senator Jeff Sessions als künftigen Justizminister.

Als Nationalen Sicherheitsberater wählte er Ex-General Michael Flynn aus. Chef des Auslandsgeheimdienstes CIA soll mit dem Abgeordneten Mike Pompeo ein weiterer Hardliner werden. Zuvor hatte der rechtspopulistische Milliardär bereits den umstrittenen früheren Leiter der erzkonservativen Website "Breitbart News", Stephen Bannon, zu seinem Chefstrategen gemacht.

(AFP)
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