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Treffen mit Angehörigen und Überlebenden
Barack Obama spendet Trost in Orlando

Barack Obama: US-Präsident trauert mit Orlando
Barack Obama: US-Präsident trauert mit Orlando FOTO: afp, SL
Orlando. Der US-Präsident kommt nach Orlando, um den Angehörigen Mut zuzusprechen. Doch Antworten hat er nicht im Gepäck. Immer noch ist unklar, was den Attentäter trieb und was er mit seiner Bluttat bewirken wollte.

Barack Obama hat den trauernden Bewohnern von Orlando nach dem Massaker mit 49 Toten Mut zugesprochen. Obama und Kongressabgeordnete beider Parteien trafen sich am Donnerstag mit Angehörigen der Opfer, Überlebenden und Polizisten, die im Einsatz waren, als ein bewaffneter Angreifer Samstagnacht im Schwulenclub "Pulse" das Feuer eröffnete.

Wie das Weiße Haus mitteilte, wollte Obama in Orlando keine größere Rede halten, sondern vor allem seine Solidarität mit der schwulen und lesbischen Gemeinde von Orlando deutlich machen. Antworten darüber, warum der 29-jährige Omar Mateen mutmaßlich die Bluttat verübte, werde Obama nicht geben können, sagte sein Sprecher Josh Earnest. "Der Besuch des Präsidenten in Orlando hat nichts mit der Person zu tun, die für diese fürchterliche Attacke verantwortlich war." Er wolle den Bürgern vielmehr zeigen, dass sie nicht alleine seien.

Bitte an Facebook nach Informationen

Einblick in das Gemütsleben des mutmaßlichen Attentäters lieferten mehrere Facebook-Posts, die dieser vor und auch noch während der Tat absetzte. Dies geht aus einem Brief hervor, mit dem der US-Senat Facebook-Chef Mark Zuckerberg um Informationen zu den elektronischen Spuren des Terroristen bittet.

Vor der Tat in der Nacht zum Sonntag prangerte der Verdächtige demnach die angebliche Verkommenheit des Westens an und bekannte sich zur Terrormiliz Islamischer Staat. Er forderte ein Ende der amerikanischen und russischen Angriffe auf den IS. In seiner letzten Meldung schrieb Mateen dann: "In den nächsten paar Tagen werdet ihr Angriffe des Islamischen Staates in den USA sehen."

Während der dreistündigen Geiselnahme - und während seine Opfer in der Disco verzweifelte Hilferufe absetzten - nahm er sich offenbar die Zeit, auf Facebook nach "Pulse Orlando" und "Shooting" zu suchen.
Aus dem am Mittwoch veröffentlichten Brief wird der zeitliche Ablauf nicht ganz klar. Die Senatoren bitten das soziale Netzwerk um Informationen über Mateens Online-Aktivitäten. Dem 29-Jährigen werden fünf Facebook-Konten zurechnet. Er wurde beim Zugriff von Einsatzkräften getötet.

Vieles ist noch unklar

Die Bundespolizei FBI versucht zu klären, was Mateen in den Stunden vor der Bluttat gemacht hat. Klar ist nach Angaben von Ermittlern inzwischen, dass er am Samstagabend den Restaurant- und Einkaufskomplex Disney Springs besuchte. Was er dort wollte, ist unklar. Eine Schlüsselfrage für die Ermittler ist zudem, wie viel Mateens Ehefrau von den Angriffsplänen wusste. Sie könnte womöglich selbst belangt werden.

Der Angriff hat auch die Debatte über schärfere Waffengesetze in den USA neu belebt. Der demokratische Senator Chris Murphy hielt eine 15-stündige Dauerrede - einen sogenannten Filibuster -, der bis in die Nacht zum Donnerstag andauerte, um den Forderungen seiner Partei Nachdruck zu verleihen. Die Republikaner blieben aber bei ihrer Ablehnung. Mehrheitsführer Mitch McConnell bezeichnete den Filibuster als reine Wahlkampfshow.

(ap)
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