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Südchinesisches Meer
US-Präsident Obama warnt China vor aggressivem Verhalten

Barack Obama warnt China vor aggressivem Verhalten
US-Präsident Obama: China solle sich an internationale Normen und Regeln halten. FOTO: ap
Washington/Peking. Schlagabtausch im Inselstreit: US-Präsident Barack Obama hat China vor aggressivem Verhalten im Streit mit seinen Nachbarländern über Gebiete im Südchinesischen Meer gewarnt. Peking kontert: Länder ohne regionale Ansprüche sollten sich zurückhalten.

Die Volksrepublik halte sich bei ihren Territorialstreitigkeiten nicht immer an "internationale Normen und Regeln", sagte Obama am Donnerstag (Ortszeit) in Jamaika. China nutze seine "schiere Größe und Kraft, um Länder in untergeordnete Positionen zu drängen". "Nur weil die Philippinen oder Vietnam nicht so groß sind wie China, heißt das nicht, dass sie einfach beiseite gestoßen werden können", fügte Obama hinzu.

Das Politikinstitut Center for Strategic and International Studies (CSIS) hatte zuvor neue Satellitenbilder veröffentlicht, auf denen zu sehen ist, wie chinesische Schiffe am Mischief Reef im Südchinesischen Meer Sand aufschütten. US-Außenamtssprecher Jeff Rathke sagte, mit dieser "Landgewinnung" schüre China in der Region noch "größere Angst".

China und Vietnam: Streit seit Jahrzenten

In der Region brodeln seit Jahren mehrere territoriale Konflikte. So beansprucht China fast das gesamte Südchinesische Meer für sich - einschließlich von Regionen vor den Küsten von Vietnam, Malaysia und den Philippinen. Peking beruft sich dabei auf "historische Rechte", die das Land zunehmend aggressiv durchsetzen will.

Mit Vietnam streitet sich China seit Jahrzehnten um Inseln im Südchinesischen Meer. Der Konflikt spitzte sich Anfang Mai zu, als Peking eine Tiefseebohrinsel vor die Paracel-Inselgruppe verlegte. Mit Japan liegt China wiederum seit Jahren im Streit um eine unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer. Um Stärke zu zeigen, schickt China immer wieder Schiffe in das Gebiet.

Stabilität und Frieden in der Region

China hat die US-Vorwürfe zurückgewiesen. Vielmehr strebe man Frieden und Stabilität an, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums, Hua Chunying, am Freitag. China befürworte Gespräche, um Spannungen zwischen den Gegnern abzubauen, die Ansprüche auf Gebiete und Inselgruppen im Südchinesischen Meer geltend machen wollten.

Sie hoffe, die USA würden helfen, Stabilität und Frieden in der Region zu fördern, sagte sie. Länder ohne Ansprüche in der Region sollten sich im Hintergrund halten.

Am Dienstag hatte US-Präsident Barack Obama gesagt, er sei besorgt, weil sich China nicht an internationale Normen halte und seine "reine Größe und Muskeln" nutze, kleinere Anspruchsteller wie die Philippinen und Vietnam einzuschüchtern.

(AFP)
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