Auch Syrien ist vom arabischen Frühling angesteckt. Doch der syrische Staatschef Baschar Al-Assad erweist sich entgegen aller moderaten Töne als menschenverachtender Zyniker der Macht.
Dabei hat man gerade Assad ein derart skrupelloses Vorgehen nicht zugetraut. Äußerlich wirkt er sanft, ist belesen, studierte in London Augenmedizin. Verheiratet ist er mit einer attraktiven Investmentbankerin.
Staatschef, das wollte er eigentlich nicht werden. Vorgesehen für die Nachfolge von Vater Hafiz war ursprünglich sein älterer Bruder Basil. Doch der Kronprinz starb 1994 bei einem Autounfall.
2000 kam Assad an die Macht. Es folgte der "Damaszener Frühling": Plötzlich gab es in Syrien Redefreiheit, Internetzugang, Hoffnungen auf Demokratie.
Schon bald jedoch zog Assad die Zügel an. Er ließ Oppositionelle inhaftieren und beschränkte die neuen Freiheiten. Als 2011 der arabische Frühling hereinbrach, erwies er sich als skrupelloser Diktator, der auf sein Volk schießen ließ.