Blair in Nordirland: BBC: Verhandlungen in Nordirland scheitern
zuletzt aktualisiert: 08.12.2004 - 07:19London/Belfast (rpo). Eine Annäherung beider Parteien im nordirischen Friedensprozess am Mittwoch sieht der britische Fernsehsender BBC schon im Vorfeld gescheitert. Wenn sich der britische Premierminister Tony Blair und sein irischer Kollege Bertie Ahern nach einer zweijährigen Pause der Friedensgespräche, gibt es laut BBC "absolut keine Chance auf eine Einigung in letzter Minute". Der Sender beruft sich dabei auf einen hochrangigen britischen Regierungsvertreter.
Im Oktober 2002 war die autonome Allparteienregierung in Irland auseinandergebrochen. Die Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten hatten wieder zugenommen. Bei dem Treffen zwischen Blair und Ahern steht die Wiedereinsetzung einer Allparteienregierung zur Diskussion.
Bewegung zeichnete sich indes im Streit um die Entwaffnung der katholischen Untergrundorganisation IRA ab, die von der Protestantenpartei DUP gefordert wird. In einem kurzen Statement gab die IRA am Dienstagabend bekannt, dass sie die Verhandlungen über ihre Entwaffnung wiederaufgenommen habe. Sie habe sich mit dem dafür zuständigen kanadischen General John de Chastelain getroffen. Weitere Details nannte die Gruppe nicht.
DUP-Chef Ian Paisley besteht darauf, dass die IRA ihre Entwaffnung durch Fotos belegt. Die IRA-nahe Sinn-Fein-Partei lehnt dies als demütigend ab. Die britische und die irische Regierung sowie die nordirischen Parteien versuchen seit zwei Jahren, die Allparteienregierung in Belfast wieder zum Leben zu erwecken. London hatte sie im Oktober 2002 ausgesetzt und Nordirland wieder unter britische Direktverwaltung gestellt, nachdem es zwischen Katholiken und Protestanten zu einer schweren Krise gekommen war.
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