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Verbaler Angriff auf Syrien: Beirut: Tod Hariris löst bedrohliche Unruhe aus

zuletzt aktualisiert: 15.02.2005 - 11:12

Beirut (rpo). Die Befürchtung in Beirut wächst, dass der Tod des ermordeten Ex-Ministerpräsident Rafik Hariri den mühsam hergestellten Frieden zerstört. Die syrien-kritische Opposition im Libanon macht die Regierungen in Beirut und Damaskus für das tödliche Attentat auf Hariri verantwortlich. Das öffentliche Leben steht still. Als ersten Verdächtigen verhaftete die Polizei während dessen einen politischen Extremisten.

"Wir machen die libanesische Regierung und die dahinter stehende syrische Regierung für den Montag an Hariri verantwortlich", sagte der libanesische Parlamentsabgeordnete Bassem Sabeh am Montag nach einem Treffen von Oppositionspolitikern im Beiruter Haus der Familie von Hariri.

Gewalt in Beirut

Unterdessen versuchten mehrere dutzend libanesische Jugendliche, ein Büro der syrischen Baath-Einheitspartei in Beirut zu stürmen. Die aufgebrachte Menge warf Fensterscheiben des Büros in einem sunnitischen Stadtteil im Süden der libanesischen Hauptstadt ein. Als Sicherheitskräfte eintrafen, unterbrachen die Jugendlichen den Verkehr auf der vorbeiführenden Straße und zündeten Autoreifen an.

Auch in Hariris Heimatstadt Sidon im Süden des Landes blockierten hunderte aufgebrachte Menschen die Hauptverkehrsachse an der Mittelmeerküste mit brennenden Reifen.

Beirut trauert

Die Trauer um den ermordeten Exministerpräsidenten Rafik Hariri hat am Dienstag das öffentliche Leben im Libanon gelähmt. Schulen, Banken und Geschäfte Beiruts blieben zu Beginn der dreitägigen Staatstrauer geschlossen. Hariri soll am Mittwoch beigesetzt werden.

Der im französischen Exil lebende frühere libanesische Armeechef Michel Aoun bekräftigte am Dienstag seinen Verdacht, dass Syrien hinter dem Attentat auf Hariri stecke. Die Syrer hätten das Land "völlig unter Kontrolle", sagte Aoun im Radiosender France-Info. Hariris Ermordung sei eine Herausforderung für die internationale Gemeinschaft.

Syrien, das sich als Schutzmacht im Libanon sieht, hat dort etwa 15.000 Soldaten stationiert. Hariri wandte sich gegen die Einflussnahme aus Damaskus. Er war im vergangen Jahr im Streit über die Rolle Syriens im Libanon zurückgetreten. Der syrische Präsident Baschar Assad verurteilte den Anschlag am Montag als "furchtbares Verbrechen".

Quelle: afp

 
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