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Medienbericht
Kölner auf Antrag der Türkei in der Ukraine festgenommen

Bericht: Kölner in der Ukraine auf Antrag der Türkei festgenommen
Der Eingang des Hauptquartiers von Interpol in Lyon. FOTO: ap
Berlin. Ein weiterer Deutscher ist nach Medieninformationen auf Betreiben der Türkei im Ausland festgenommen  worden. Der in Köln lebende Kemal K., der die deutsche und türkische Staatsangehörigkeit habe, sei bereits im Juli in der Ukraine kurzfristig festgenommen worden.

Er sitze seitdem in der Ukraine fest, berichteten die "Süddeutsche Zeitung", der WDR und der NDR am Dienstag unter Berufung auf den deutschen Anwalt des Mannes. Er dürfe das Land nicht verlassen, bis über eine Auslieferung in die Türkei entschieden sei.

Die türkische Justiz werfe ihm eine Verstrickung in zwei Morde in der Türkei vor und habe über Interpol nach ihm fahnden lassen. Das Auswärtige Amt in Berlin war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Kemal K. sei 2007 nach Deutschland geflohen, habe politisches Asyl erhalten und sei 2016 eingebürgert worden. In der Türkei war er dem Bericht zufolge in der kommunistischen Partei TKP/ML aktiv. K. sei mit einer Ukrainerin verheiratet und aus privaten Gründen in das Land gereist, hieß es in dem Medienbericht weiter. Zuvor habe die Generalstaatsanwaltschaft Köln ihn vor einer Auslandsreise gewarnt.

Kemal K. sei 2007 in Baden-Württemberg für mehrere Monate inhaftiert gewesen, das Oberlandesgericht Karlsruhe habe seiner Auslieferung damals jedoch wegen "erheblicher Zweifel am Vorliegen eines hinreichenden Tatverdachts" nicht zugestimmt.

Erst vor wenigen Tagen hatte Spanien die Auslieferung des türkischstämmigen Deutschen Dogan Akhanli abgelehnt, der am 19. August während eines Spanien-Urlaubs in Granada aufgrund eines türkischen Haftbefehls festgenommen worden war.

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(csr/lnw)
 
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