Noch-Gattin will abrechnen: Berlusconi droht ein Rosenkrieg
zuletzt aktualisiert: 13.11.2009 - 14:20Rom (RPO). Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi dürfte einer der teuersten Rosenkriege aller Zeiten ins Hause stehen. Medienberichten zufolge will die Noch-Ehefrau Veronica Lario den Scheidungskrieg mit ihrem Mann nun vor Gericht ausfechten. Hier könnten dann nicht nur pikante Details aus dem Liebesleben des Politikers auf den Tisch kommen. Auch um sein Milliarden-Vermögen muss Berlusconi fürchten.
Nach Informationen des "Corriere della Sera" hat die 53-Jährige jetzt bei einem Gericht die so genannte Scheidung "auf Basis der Schuldfrage" eingereicht. Bei einem solchen Verfahren würden die Verfehlungen des Partners innerhalb des Familienlebens aufgezeigt, zitiert die Mailänder Tageszeitung eine Scheidungsanwältin und Familienrechts-Expertin.
Der 73-jährige Politiker hatte in den vergangenen Monaten vor allem mit Berichten um angebliche Sex-Partys mit Call Girls und seiner nicht eindeutig geklärten Beziehung zu der jetzt 18-jährigen Schülerin Noemi aus Neapel für Schlagzeilen gesorgt.
Noch-Gattin rechnet ab
Nun will die Noch-Gattin offenbar mit ihrem umtriebigen Ehemann abrechnen, spekuliert der "Corriere". Abgesehen haben soll es die ehemalige Schauspielerin auf das Finanzimperium Berlusconis. Dem konservativen Politiker gehören die Mediaset-TV-Sender, der Mondadori-Verlag und die Versicherungsgesellschaft Mediolanum mit einem Gesamtwert von etwa 9,6 Milliarden Euro.
Dem Blatt zufolge kämpft Lario vor allem für eine gerechtere Verteilung unter allen fünf Kindern des 73-Jährigen. Ihre drei gemeinsamen Kinder sollen demnach dieselben Anteile erhalten wie die beiden Ältesten, die aus der ersten Ehe Berlusconis stammen. Letztere sitzen bereits seit langer Zeit in den Führungsetagen des Berlusconi-Imperiums. Kann die ehemalige First Lady Italiens beweisen, dass ihr Mann die Schuld am Ende ihrer Ehe trägt, könnte Berlusconi Berichten zufolge über die Hälfte seines Firmenbesitzes verlieren.
Lario zieht sich zurück
Lario selbst, die sich zurzeit in der Schweiz aufhält, wollte sich zu der angeblich bevorstehenden juristischen Auseinandersetzung nicht äußern. Sie wolle nun nicht mehr in Erscheinung treten, sagte sie engen Freunden.
Die 53-Jährige hatte den öffentlichen Scheidungskrieg losgetreten, als sie im Mai nach 19 Ehejahren in der linksliberalen Tageszeitung "La Repubblica" die Trennung verkündete. "Meine Ehe ist zu Ende. Ich kann nicht bei einem Mann bleiben, der mit Minderjährigen verkehrt", erklärte sie damals.
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