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Dominique Strauss-Kahn Panorama
  Foto: POOL AP, AP
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Früherer IWF-Chef Strauss-Kahn: Bewachung kostet 200.000 Dollar pro Monat

zuletzt aktualisiert: 22.05.2011 - 12:33

New York (RPO). Nach der Freilassung aus der

Untersuchungshaft muss sich der wegen versuchter Vergewaltigung beschuldigte frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn auf ein Strafverfahren einstellen, das ihn Millionen Dollar kosten könnte.

Geschätzte 200.000 Dollar muss er pro Monat für seine vom Gericht angeordnete Bewachung bezahlen. Bis zum Beginn eines Prozesses könnten mehr als sechs Monate vergehen. Zusätzlich zu seinem Verteidigerteam nimmt Strauss-Kahn offenbar auch die Dienste einer PR-Firma und einer Detektei in Anspruch.

Im Falle einer Verurteilung drohen dem 62-Jährigen 25 Jahre Haft. Der Franzose hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Eine Hotelangestellte beschuldigt ihn unter anderem der versuchten Vergewaltigung.

Strauss-Kahn war am Wochenende gegen die Zahlung einer millionenschweren Kaution aus der U-Haft entlassen worden und hat ein Apartment in Manhattan bezogen. Dort will er einige Tage bleiben, bis eine dauerhaftere Bleibe gefunden ist.

Den Auflagen des Gerichts zufolge darf Strauss-Kahn die Wohnung nur für Gerichtstermine, für Treffen mit seinen Anwälten sowie für Arztbesuche oder wöchentliche Gottesdienste verlassen.

Schon kurz nach der Haftentlassung war die Adresse Strauss-Kahns bekanntgeworden. Vor dem Gebäude fuhren Sendewagen der Medien auf. Zahlreiche Journalisten warteten auf der Straße, um einen Blick auf den Mann zu erhaschen, der noch vor einer guten Woche zu den mächtigsten der Welt gehörte.

So mancher neue Nachbar zeigte sich wenig erbaut: "Mir gefällt das nicht", sagte der 29-jährige Ian Horovitz. "Ich mag den ganzen Wirbel und die vielen Menschen vor der Tür überhaupt nicht." Wegen des Medienspektakels war die Anmietung einer ersten Wohnung in der Upper East Side durchgefallen.

Die Anwälte bemühten sich nicht nur vor Gericht um die Verteidigung ihres Klienten. Sie nahmen informellen Kontakt zur PR-Firma TD International in Washington auf, wie aus Kreisen verlautete. Aufgabe der von ehemaligen CIA-Mitarbeitern und früheren US-Diplomaten geleiteten Firma solle sein, beim Krisenmanagement zu helfen.

Die französische Zeitung "Le Monde" berichtete, Strauss-Kahns Anwälte hätten auch die Privatdetektei Guidepost Solutions eingeschaltet. Für das weltweit tätige Unternehmen sind unter anderem frühere US-Staatsanwälte und US-Geheimdienstler tätig.

In Frankreich beklagten Feministinnen eine Zunahme frauenfeindlicher Äußerungen in der Öffentlichkeit seit der Festnahme Strauss-Kahns. Der Ex-IWF-Chef und dessen Freunde hätten die Leiden des mutmaßlichen Opfers heruntergespielt.

Es gebe seither deutlich mehr sexistische und reaktionäre Reflexe in der französischen Elite, erklärten Frauengruppen. So hatte der ehemalige Kulturminister Jack Lang erklärt, Strauss-Kahn hätte schon längst freigelassen werden müssen, da ja schließlich "niemand gestorben ist".

Quelle: RTR/nbe

 
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