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Hintergrundwissen: Birma: Geschichte und Politik

zuletzt aktualisiert: 08.05.2008 - 15:32

Frankfurt/Main (RPO). Birma ist seit Zyklon "Nargis" in aller Munde, doch normalerweise steht das Land nicht im Licht der Öffentlichkeit. Nicht zuletzt verhindert die seit 1962 regierende Militärjunta, dass Meldungen ins Ausland gelangen.

Seit 1962 wird Birma vom Militär regiert. Immer wieder hat es in dem südostasiatischen Land Widerstand gegen die Juntas gegeben, zum Beispiel 1988: Damals starben bei der Niederschlagung von Protesten gegen die Wirtschaftspolitik des Regimes Tausende Menschen.

Im vergangenen Jahr gingen buddhistische Mönche auf die Straße. Auch gegen diesen Kampf für mehr Freiheit ging die Militärregierung hart vor; Dutzende Menschen kamen ums Leben.

Die Galionsfigur der Oppositionsbewegung ist Aung San Suu Kyi. Die 62 Jahre alte Politikerin, die 1991 den Friedensnobelpreis erhielt, kehrte 1988 nach längerem Auslandsaufenthalt in ihre Heimat zurück. Sie wird willkürlich immer wieder unter Hausarrest gestellt, öffentliche Auftritte sind ihr nur selten gestattet.

Die Militärjunta - derzeitiger Staatschef ist seit 1992 General Than Shwe - ist immer wieder internationaler Kritik ausgesetzt. Im Januar 2007 scheiterte eine von den USA im Weltsicherheitsrat eingebrachte Resolution, die das Militärregime zur Einhaltung der Menschenrechte und zur Freilassung aller politischen Gefangenen auffordern sollte, lediglich am Widerstand Chinas und Russlands.

Bereits nach dem Tsunami im Dezember 2004 verweigerte das Militärregime ausländischen Helfern die Einreise. Auch jetzt, nach dem verheerenden Zyklon "Nargis", kann Hilfe aus dem Ausland nur schleppend anlaufen: Die Behörden versagen Hilfsflügen die Landeerlaubnis, lassen Helfer nicht in die Katastrophengebiete reisen oder verzögern die Verteilung von Hilfsgütern. Grund dafür ist nach Ansicht politischer Beobachter, dass die um ihren Machterhalt bemühte Militärjunta die Kontrolle über die Situation in der eigenen Hand behalten will und überdies den Einfluss von Ausländern auf die Bevölkerung fürchtet.

Die Birmaner hat die Naturkatastrophe umso härter getroffen, als das Land ohnehin zu den ärmeren der Welt zählt. Die Inflation ist hoch, die Preise steigen stetig. An den hohen Treibstoffpreisen entzündeten sich auch die Unruhen im vergangenen Spätsommer.

Quelle: ap

 
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