US-Regierung fordert Untersuchung: Birma: Oppositionsmitglied zu Tode gefoltert?
zuletzt aktualisiert: 10.10.2007 - 14:52Bangkok/Washington (RPO). In Birma ist ein Mitglied der oppositionellen Nationalen Liga für Demokratie (NLD) nach Angaben einer Gefangenenhilfsorganisation von Sicherheitskräften zu Tode gefoltert worden.
Wie die im Nachbarland Thailand ansässige Assistance Association for Political Prisoners (AAPP) am Mittwoch mitteilte, starb der 42-jährige Win Shwe während eines Verhörs auf einer Polizeiwache in der zentralbirmanischen Stadt Mandalay. Die US-Regierung forderte eine umfassende Untersuchung des Falls. Washington kündigte zugleich weitere Sanktionen gegen die birmanische Militärregierung an, falls diese die "Gräueltaten" gegen ihr eigenes Volk fortsetze.
Win Shwe wurde nach Angaben der AAPP zusammen mit vier weiteren Aktivisten am 26. September in Mandaly wegen Unterstützung und Beteiligung an den von buddhistischen Mönchen angeführten Protesten gegen die Militärregierung festgenommen. Die Behörden hätten seine Leiche nicht an die Familie übergeben, vielmehr sei Win Shwe eingeäschert worden, hieß es.
Die AAPP besteht aus früheren politischen Gefangenen, die im thailändischen Exil leben. Vor dem Beginn der durch drastische Preiserhöhungen ausgelösten Proteste in Birma Mitte August war die Zahl der dort inhaftierten politischen Gefangenen auf 1100 geschätzt worden. Im Zusammenhang mit den größten Protesten seit fast zwei Jahrzehnten gab es mehr als 2100 Festnahmen. Amtlichen Angaben zufolge werden fast tausend von ihnen noch immer festgehalten.
Die Nationale Liga für Demokratie der unter Hausarrest stehenden Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi erklärte unterdessen, der von den Militärmachthabern am Montag für Kontaktgespräche mit der Partei ernannte General und stellvertretende Arbeitsminister Aung Kyi habe sich noch nicht gemeldet.
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