Hausarrest für Suu Kyi: "Birmas Zukunft wird eingesperrt"
zuletzt aktualisiert: 11.08.2009 - 17:52London (RPO). Das Urteil gegen Birmas Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi stößt im „Land des Lächelns“ sowie innerhalb der Europäischen Union auf Unverständnis und Gegenwehr. Suu Kyi wurde am Dienstag zu 18 Monaten Hausarrest verurteilt und darf an den Wahlen Anfang des kommenden Jahres nicht teilnehmen. Viele sehen in Suu Kyi allerdings die Zukunft Birmas. Wie geht es jetzt weiter?
Der britische Premierminister Gordon Brown hat eine klare Antwort auf diese Frage parat. Brown sei "traurig und wütend" über das Urteil, welches politisch motiviert und noch "monströser" sei, "weil das wirkliche Ziel darin besteht, ihre Verbindung zu dem Volk zu trennen, für das sie ein Leuchtfeuer der Hoffnung und des Widerstandes ist", wie Brown am Dienstag erklärte.
Brown weiter: "Ich habe immer deutlich gesagt, dass Großbritannien auf Fortschritte bei demokratischen Reformen in Burma positiv reagiert hätte. Aber nachdem die Generäle diesen Weg heute ausgeschlagen haben, muss die internationale Gemeinschaft aktiv werden." Was Brown meint, sind drastische Maßnahmen gegen die Regierung in Birma. Als Erstes forderte Brown ein Waffenembargo gegen die Militärregierung Birmas.
Mit seiner Meinung steht Brown nicht alleine da. Beobachtern zufolge ging es der Junta vor allem darum, der Oppositionsführerin eine Teilnahme an der versprochenen Parlamentswahl zu verwehren. "Damit verlieren die für Anfang des Jahres 2010 geplanten Wahlen endgültig jede Legitimität", erklärte Ulrich Delius, Asien-Referent der Gesellschaft für bedrohte Völker in Göttingen.
Für Tate Naing von der Assistance Associaiton for Political Prisoners-Burma (AAPP) ist das Urteil eine "weitere Travestie der Justiz", wie er in der Zeitung "Democratic Voice of Burma" zitiert wird. Und weiter: "Es gibt keine Gerechtigkeit, keinen Rechtsgrundsatz und kein unabhängiges Rechtswesen in Birma." Für Naing ist die Fortführung der Haft gegen die Oppositionsführerin die "Einsperrung von Birmas Zukunft. Suu Kyi sei "die wahre Führerin des Landes".
Die 64-Jährige stand vor Gericht, weil sie den US-Bürger John Yettaw während ihres Hausarrests bei sich beherbergte, nachdem er sich ungebeten Zutritt auf das Gelände ihres Hauses verschafft hatte. Yettaw wurde zu sieben Jahren Gefängnis und Zwangsarbeit verurteilt.
Suu Kyi hatte 1991 für ihren Einsatz für eine gewaltlose Demokratisierung ihres Heimatlandes den Friedensnobelpreis erhalten. Sie ist die Tochter des birmanischen Unabhängigkeitshelden Aung San, der 1947 ermordet wurde, als sie noch ein kleines Kind war.
Von ihren Anhängern wird die zierliche Frau ehrfürchtig "Democracy-Lady" genannt. Mit ihrem eisernen Willen lehrt sie die Generäle seit mehr als 20 Jahren das Fürchten. Junta-Chef Than Shwe soll einen solchen Hass auf sie haben, dass ihr Name in seiner Gegenwart nicht ausgesprochen werden darf.
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