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Historischer Machtwechsel in Paraguay: "Bischof der Armen" wird neuer Präsident

zuletzt aktualisiert: 21.04.2008 - 07:26

Asunción (RPO). Nach mehr als 61 Jahren hat die Colorado-Partei in Paraguay ihre Macht eingebüßt. Die Präsidentschaftswahl vom Sonntag gewann der linksgerichtete ehemalige Bischof Fernando Lugo, der von einem breiten Oppositionsbündnis unterstützt wurde. Auf den "Bischof der Armen" entfielen rund 40 der Stimmen. 

Regierungskandidatin Blanca Ovelar erhielt 32 Prozent und räumte ihre Niederlage ein. Der ehemalige Armeechef Lino Oviedo wurde Dritter mit 22 Prozent. Für den Wahlsieg genügte die einfache Stimmenmehrheit. Der scheidende Präsident Nicanor Duarte konnte nach fünfjähriger Amtszeit nicht wiedergewählt werden.

Mehrere tausend Anhänger des 56-jährigen Lugo feierten das Ergebnis am Sonntagabend mit einem Feuerwerk und Hupkonzerten in der Hauptstadt Asunción. "Dies ist das Paraguay, von dem ich träume", sagte Lugo in einer kurzen Ansprache. Mit dem Sieg des "Bischofs der Armen" setzt sich der Trend zu Mitte-Links-Regierungen in Südamerika fort.

Lugo warb im Wahlkampf für eine bessere Lebensqualität insbesondere der indigenen Bevölkerung. Als zweites Ziel nannte er die Absicht, die Dominanz der seit 61 Jahren regierenden Colorado-Partei zu brechen.

Unterstützt wurde Lugo von dem vor acht Monaten gebildeten Bündnis Patriotische Allianz für den Wechsel, dem neben der Oppositionspartei auch Gewerkschaften und Vertreter von Landarbeitern und Indianern angehören. Lugo vertrat als Bischof die linksgerichtete Theologie der Befreiung und geriet damit in Konflikt mit dem Vatikan.

Bei der Präsidentschaftswahl am Sonntag bestand Wahlpflicht für die 2,8 Millionen Bürger des südamerikanischen Landes. Neben dem Präsidenten wurden auch die 80 Mitglieder des Abgeordnetenhauses und 45 Senatoren sowie 17 Gouverneure gewählt.

Quelle: ap

 
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