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Vertrauliches Dokument aufgetaucht: Blair wollte Nachfolger Brown entlassen

zuletzt aktualisiert: 24.06.2007 - 15:12

London (RPO). Heute scheidet der britische Premierminister Tony Blair als Chef der Labour-Partei aus, Gordon Brown wird der Nachfolger. Kurz vor dem Wechsel sind Dokumente aufgetaucht, die belegen, dass Blair Brown im Jahr 2005 entlassen wollte.

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Unmittelbar vor der Amtsübergabe des scheidenden britischen Premierministers Tony Blair an seinen Nachfolger, Finanzminister Gordon Brown, hat ein Zeitungsbericht für Unruhe gesorgt: Der "Independent" berichtete am Sonntag unter Berufung auf ein vertrauliches Dokument, Blair habe Brown nach der Parlamentswahl von 2005 entlassen und seine Machtbasis im Finanzministerium zerstören wollen. In dem von Blair-Vertrauten entworfenen Papier sei die schrittweise Neuorganisation des Ministeriums skizziert, außerdem werde ein "neuer Finanzminister" erwähnt. Blairs Büro erklärte: "Wir kommentieren durchgesickerte Dokumente nicht."

Am Sonntag sollte Brown beim Parteitag der regierenden Labour-Partei wie geplant zum Parteichef ernannt werden und Blair damit ablösen, am Mittwoch soll Brown dann auch das Amt des Regierungschefs von Blair übernehmen. In Großbritannien ist der Chef der Regierungspartei traditionell auch Premierminister. Neuwahlen sind nicht notwendig, wenn der Parteichef nach der Hälfte der Legislaturperiode wechselt.

Blair und Brown haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass es in der Vergangenheit immer wieder Differenzen zwischen den beiden gab. Allerdings hatte Blair Brown vergangene Woche bei seiner letzten Kabinettssitzung "unerschütterliche Loyalität" zugesichert. In dem durchgesickerten Dokument sind dem "Independent" zufolge auch persönliche Qualitäten aufgelistet, die Browns Nachfolger im Finanzministerium besitzen sollte, darunter auch "Teamfähigkeit". Blairs Anhänger hatten immer wieder kritisiert, Brown fehle diese Fähigkeit. Der Zeitung zufolge wurde der Plan nie umgesetzt, weil Blair in einem schwierigen Wahlkampf auf Brown angewiesen gewesen sei.

Quelle: afp

 
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