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Blogger aus Saudi-Arabien
Raif Badawi - EU-Parlament besorgt über weitere Auspeitschung

Blogger Raif Badawi - EU-Parlament besorgt über weitere Auspeitschung
Raif Badawi ist zu zehn Jahren Haft, 1000 Peitschenhieben und rund 190.000 Euro Strafe verurteilt worden. FOTO: afp, TOB/vel
Düsseldorf. Der saudi-arabische Blogger Raif Badawi sitzt seit Jahren im Gefängnis, weil er sich für das Recht auf freie Rede einsetzte. Von 1000 Peitschenhieben, zu denen er verurteilt wurde, hat er bislang 50 bekommen. Jetzt soll die Bestrafung fortgesetzt werden.

Unter anderem das Europäische Parlament drückt darüber seine tiefe Besorgnis aus. Von offizieller Seite gibt es nach wie vor keinerlei Bestätigung, dass Badawi weitere Peitschenhiebe bekommen soll. Seine im kanadischen Exil lebende Ehefrau Ensaf Haidar hat dies eigenen Angaben aus vertraulicher Quelle erfahren. 

Sie macht sich Sorgen um die Gesundheit ihres Mannes. "Ich fange jetzt an, mir Sorgen zu machen und habe Angst davor, dass das Auspeitschen fortgesetzt wird", sagte sie der Deutschen Welle. "Ich wünsche mir auch von den Regierungen im Westen, dass sie sich für eine Aussetzung dieser Strafe einsetzen."

Auch das Europäische Parlament, das Badawi 2015 mit dem "Sacharow-Preis für geistige Freiheit" auszeichnete, zeigt sich tief besorgt. "Wir sind alarmiert über Berichte, die sich auf die mögliche Wiederaufnahme der Auspeitschung beziehen, die eine grausame und völlig unverhältnismäßige Strafe ist", sagte Elena Valenciano, Vorsitzende des Unterausschusses Menschenrechte des Parlaments.

Badawi war in seiner Heimat wegen Beleidigung des Islam zu zehn Jahren Haft, 1000 Peitschenhieben und einer Geldstrafe von etwa 194.000 Euro verurteilt worden. Im Januar 2015 wurde er erstmals öffentlich ausgepeitscht. Seit Monaten erinnern Menschenrechtler mit Mahnwachen und Protestaktionen an Badawi und fordern seine sofortige Freilassung.

(csr/KNA)
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