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Libanesische Armee rückt weiter vor: Blutiger Häuserkampf im Flüchtlingslager

zuletzt aktualisiert: 01.06.2007 - 21:23

Beirut (RPO). Die Gefechte um das palästinensische Flüchtlingslager Bahr el Bared nähern sich offenbar der entscheidenden Phase. Mit rund 50 Panzer rückte die libanesische Armee am Freitagnachmittag weiter in Richtung Zentrum vor. Die islamistischen Kämpfer sind eingekreist. Am späten Nachmittag forderten das Militär die Milizionäre auf zu kapitulieren.

Seit zwei Wochen halten sich die Mitglieder der islamisch-fundamentalistischen Miliz Fatah Islam in dem Flüchtlingslager verschanzt. Am Nordrand des Lagers wurden rund 50 Schützenpanzer und Kampfpanzer in Stellung gebracht. Über dem Lager stiegen dichte Rauchwolken auf, Brände brachen aus. Reporter des Fernsehnachrichtendienstes APTN berichteten, die Einheit bewege sich auf die vorderste Frontlinie des Lagers zu. Zwei Soldaten wurden nach Angaben aus Sicherheitskreisen getötet. Der Fernsehsender LBC berichtete, Soldaten versuchten das Büro von Fatah Islam im Nordosten des Lagers einzunehmen.

Kabinettsminister Ahmed Fatfat erklärte im Sender Al Arabija, Soldaten seien unter Beschuss von Heckenschützen geraten und hätten darauf reagiert. Die Stellungen der Heckenschützen seien offenbar zerstört worden. Ein an der Aktion beteiligter Soldat sagte, die Einheit befinde sich im Häuserkampf und rücke langsam vor. Der Vorstoß beschränkt sich aber offenbar vorerst lediglich auf die Außenbezirke des Lagers. Anzeichen für ein Vordringen tief in das Lagerinnere gab es noch nicht. In der Erklärung der Streitkräfte hieß es, der Ring um die Milizionäre werde enger gezogen. Einige der Kämpfer hätten sich in Wohngebiete geflüchtet und benutzten Zivilpersonen als "menschliche Schutzschilde".

Der palästinensische Gesandte im Libanon, Abbas Saki, äußerte nach einem Treffen mit Ministerpräsident Fuad Siniora die Hoffnung, dass die Miliz zur Kapitulation gebracht werde.

Drei Tage nach Ausbruch schwerer Kämpfe in dem Lager trat am 22. Mai eine Waffenruhe in Kraft. Dennoch kam es seitdem täglich zu sporadischen Schießereien. Bisher kamen 60 Milizionäre, 34 Soldaten und mindestens 20 Bewohner des Lagers ums Leben. Mehrere tausend Palästinenser sind aus dem Lager geflohen.

Quelle: ap

 
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