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Nach Bombenanschlägen
Zehn Boko-Haram-Kämpfer im Tschad hingerichtet

Die Sekte Boko Haram
Die Sekte Boko Haram FOTO: dpa, axs
N'Djamena. Die Justiz im zentralafrikanischen Tschad hat zehn Kämpfer der islamistischen Terrororganisation Boko Haram von einem Erschießungskommando hinrichten lassen. Sie waren am Freitag in erster Instanz zum Tode verurteilt worden.

Das Gericht in N'Djamena sah es als erwiesen an, dass die Angeklagten für zwei Bombenanschläge in der tschadischen Hauptstadt im Juni und Juli verantwortlich waren. Bei den Anschlägen kamen 67 Menschen ums Leben, 182 wurden teils schwer verletzt. Die Terroristen wurden am Samstag auf einem Übungsplatz nordwestlich von N'Djamena erschossen, wie Innenminister Ahmat Mahamat Bachir am Abend mitteilte. Die Erschießung solle eventuellen Nachahmern als Warnung dienen, sagte er.

Vor der Hinrichtung betete der Imam der Großen Moschee von N'Djamena ein letztes Mal mit den Verurteilten. Einer der tschadischen Oppositionsführer, Al Amine Khamis, wandte ein, die schnelle Verurteilung und Hinrichtung zeige, dass der Fall nicht hinreichend untersucht worden sei. Die aus dem westlichen Nachbarland Nigeria stammende Terrormiliz Boko Haram hat zuletzt auch mehrfach Ziele im Tschad angegriffen. Die Streitkräfte des zentralafrikanischen Landes beteiligen sich seit dem Frühjahr an einer internationalen Truppe zur Niederschlagung der sunnitischen Fundamentalisten.

Boko Haram will in der Region einen sogenannten Gottesstaat mit strengster Auslegung des islamischen Rechts gründen. Bei Anschlägen und Angriffen der Gruppe sind im Nordosten Nigerias seit 2009 mindestens 14.000 Menschen getötet worden.  

(dpa)
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