Volksabstimmung über Abberufung des Präsidenten: Bolivien: Morales bleibt im Amt
zuletzt aktualisiert: 11.08.2008 - 06:11La Paz (RPO). Der bolivische Präsident Evo Morales ist in seinem Amt klar bestätigt worden: Nach ersten Auszählungsergebnissen der Volksabstimmung sprachen sich 63 Prozent der Wähler für Morales und seinen Vizepräsidenten Alvaro Garcia aus.
Das erste bolivianische Staatsoberhaupt indianischer Abstammung hatte sich im Mai zu der Volksabstimmung über seine Amtsführung bereiterklärt, nachdem vier Provinzen in eigenen Referenden größere politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit von der Zentralregierung gefordert hatten.
Morales wollte mit den Volksabstimmungen seinem Reformprogramm neuen Auftrieb verleihen werde. Dieses zielt darauf ab, jahrhundertealte Ungerechtigkeiten im ärmsten Land Lateinamerikas abzubauen. Damit allerdings hat Morales die wohlhabenden Provinzen im Osten des Landes gegen sich aufgebracht.
Seitdem hat er die Schlüsselressorts der Wirtschaft verstaatlicht und eine neue Verfassung erarbeitet, in der vor allem die Rechte der indianischen Ureinwohner gestärkt werden. Auch eine Begrenzung des Grundbesitzes von Einzelpersonen wurde vom Parlament gebilligt, soll aber noch in einem späteren Referendum bestätigt werden.
"Was heute passiert ist, ist nicht nur für die Bolivianer, sondern für alle Lateinamerikaner wichtig", erklärte Morales vor mehreren tausend Anhängern. "Ich widme diesen Sieg allen Revolutionären auf der Welt."
Morales hatte erreicht, dass in den Volksabstimmung nur nicht über ihn, sondern auch über acht der insgesamt neun Provinzgouverneure entschieden wurde. Den Teilergebnissen zufolge wurden drei von ihnen abgewählt, darunter auch zwei Gegner des Präsidenten. Morales rief die Gouverneure auf, mit ihm zusammen für das Wohl des Landes zu arbeiten.
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