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Tel Aviv: Bombenanschlag fordert mindestens 15 Verletzte

zuletzt aktualisiert: 19.01.2006 - 15:44

Jerusalem (rpo). In Tel Aviv sind bei einem Bombenanschlag in einer belebten Einkaufszone nahe des Busbahnhofes am Donnerstag mindestens 15 Menschen verletzt worden, einer davon schwer. Ein Selbstmordattentäter hatte sich nach Angaben der Polizei in die Luft gesprengt. Zu dem Anschlag bekannte sich in einem Anruf bei der Nachrichtenagentur AP der Islamische Dschihad.

Bei dem Täter habe es sich um einen 22-Jährigen aus Nablus gehandelt. Augenzeugen zufolge betrat er den Schnellimbiss nahe dem alten Busbahnhof getarnt als Verkäufer von Rasierklingen. Der Polizeichef von Tel Aviv, David Tsur, sagte, es habe sich um einen Einzeltäter gehandelt. Sonst sei niemand getötet worden. Die Explosion habe sich auf der Toilette ereignet, möglicherweise sei der Sprengsatz zu früh detoniert.

Ein Sprecher der israelischen Regierung sagte, die Tat sei ein weiteres Beispiel für die Weigerung der Palästinensischen Autonomiebehörde, Schritte zu unternehmen, Terroranschläge gegen Israel zu verhindern. Die Autonomiebehörde bleibe apathisch angesichts des Terrors, sagte Sprecher David Baker.

Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas bezeichnete den Anschlag als einen Sabotageakt gegen die bevorstehende Parlamentswahl. EU-Chefdiplomat Javier Solana rief Israelis und Palästinenser in Brüssel zur Besonnenheit auf. Der Anschlag dürfe keinen Einfluss auf die Wahl haben. Der Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan, verurteilte den Anschlag auf das Schärfste.

Dschihads sechster Anschlag

Zu allen sechs Anschlägen seit Februar bekannte sich der Islamische Dschihad. Er beteiligt sich als einzige Gruppierung nicht an der Parlamentswahl am Mittwoch. Der alte Busbahnhof in Tel Aviv war bereits früher Ziel eines Anschlags: Im Januar 2003 wurden bei einem doppelten Selbstmordanschlag in der Gegend 23 Menschen getötet und rund 120 verletzt.

Knapp eine Woche vor der palästinensischen Wahl verstärkte Israel unterdessen den Druck auf die Hamas. Zur Durchsetzung des Wahlkampf-Verbots für die radikalislamische Bewegung in Ostjerusalem durchsuchten Polizisten am Donnerstag das Büro der Gruppe in der Stadt. Anschließend wurde es für 15 Tage geschlossen, um Aktivitäten der Hamas dort zu unterbinden. Israel hat der militanten Organisation, die am 25. Januar erstmals an Parlamentswahlen teilnimmt, eine Kampagne in der Stadt verboten.

Die Hamas und die Fatah des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas gelobten für den Wahltag einen Gewaltverzicht in den Autonomiegebieten. Beide Gruppierungen wollten zusammenarbeiten, um einen friedlichen Verlauf der Abstimmung sicherzustellen, hieß es in einer am Mittwochabend veröffentlichten gemeinsamen Erklärung. Darin bekannten sich die politischen Rivalen auch zur Zusammenarbeit nach der Wahl. Die künftige Partnerschaft sei zum Nutzen des palästinensischen Volkes, hieß es in der Erklärung. Darin wurde zugleich betont, dass am Wahltag keine Waffen getragen werden dürften.

Der frühere israelische Ministerpräsident Schimon Peres schlug neue Verhandlungen mit den Palästinensern über einen dauerhaften Friedensvertrag unmittelbar nach der israelischen Parlamentswahl am 28. März vor. Das Ziel sei die Festlegung permanenter Grenzen, um den bilateralen Konflikt ein für alle Mal zu beenden, sagte Peres nach Gesprächen mit US-Außenministerin Condoleezza Rice am Mittwochabend in Washington. Peres deutete auch die Bereitschaft Israels zu weiteren territorialen Zugeständnissen an.

Quelle: ap

 
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