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Mehr als 200 Verletzte
Elf Tote bei Anschlägen in der Türkei

Bombenanschlag in der Türkei: Mindestens drei Tote im Südosten
Vor diesem Gebäude in der Stadt Elazig ging die zweite Autobombe hoch. FOTO: ap, TS
Ankara . Die Gewalt im türkischen Kurdengebiet eskaliert. Bei mindestens drei Anschlägen gab es Tote und Verletzte. Mit zahlreichen Razzien setzen die Behörden ihr Vorgehen gegen mutmaßliche Anhänger des Geistlichen Gülen fort.

Eine Serie von Bombenanschlägen und ein Gefecht zwischen Sicherheitskräften und Rebellen haben im Südosten der Türkei elf Menschen das Leben gekostet. Mindestens 219 weitere wurden verletzt. Ziel der Anschläge waren Polizeiwachen und ein Militärfahrzeug. Die Behörden machten die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK für die Taten verantwortlich.

Ein Autobombenanschlag ereignete sich am in der Stadt Ipekyolu, wie der Gouverneur der Provinz Van, Ibrahim Tasyapan, erklärte. Dabei seien ein Polizist und zwei Zivilisten getötet worden. Mindestens 73 weitere Menschen wurden verletzt, darunter 20 Polizisten.

Eine zweite Autobombe detonierte laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu in der Stadt Elazig. Dabei wurden mindestens drei Polizisten getötet und 146 weitere Menschen verletzt, einige von ihnen schwer. Videoaufnahmen zeigten eine riesige Rauchfahne über der Gegend. Autos lagen auf dem Dach, die Fensterscheiben des Gebäudes waren zerstört. Ministerpräsident Binali Yildirim reiste nach Elazig, um den Anschlagsort und die Verletzten zu besuchen. Er kündigte an, die PKK zu bekämpfen, bis sie "eliminiert" sei.

Ziel eines dritten Sprengsatzes war laut Anadolu ein gepanzertes Militärfahrzeug, das von einem Einsatz in der überwiegend kurdischen Provinz Bitlis zurückkehrte. Vier Soldaten wurden getötet, sieben weitere verletzt. Gefechte zwischen Sicherheitskräften und Rebellen in einem nahegelegenen Dorf kosteten einen Dorfwächter das Leben.

Razzien gegen mutmaßliche Anhänger des Geistlichen Gülen

Gleichzeitig unternahm die Polizei in 18 türkischen Städten Razzien gegen Firmen mit Verbindungen zu dem im US-Exil lebenden Geistlichen Fethullah Gülen. Dabei seien 204 Geschäftsräume durchsucht worden, nachdem für 187 Geschäftsleute Haftbefehle ausgestellt worden waren. Sie werden der Mitgliedschaft in einer Terrororganisation und der finanziellen Unterstützung einer Terrororganisation beschuldigt. Ein Gericht ordnete zudem laut Anadolu die Beschlagnahmung des Vermögens von 187 Verdächtigen an. Die türkische Regierung wirft Gülen und seiner Bewegung vor, hinter dem gescheiterten Putschversuch vom 15. Juli zu stecken. Gülen weist die Vorwürfe zurück.

(crwo/ap)
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