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Verdächtige des Auftragsmordes beschuldigt
Fünf Angeklagte im Fall Nemzow sitzen in Untersuchungshaft

Trauermarsch: Moskau gedenkt Boris Nemzow
Trauermarsch: Moskau gedenkt Boris Nemzow FOTO: dpa, of pt tmk
Moskau . Die Verdächtigen im Fall des ermordeten Kreml-Kritikers Boris Nemzow sind des Auftragsmordes beschuldigt worden. Die fünf Männer seien gemäß Artikel 105 des russischen Strafgesetzbuchs angeklagt, gemeinschaftlich einen Mord verübt zu haben, um "sich zu bereichern", wie ein Gericht in Moskau am Dienstag mitteilte.

Die Verdächtigen, vier Tschetschenen und ein Mann aus der benachbarten Kaukasusrepublik Inguschetien, waren Anfang März festgenommen worden.

Der Hauptverdächtige Saur Dadajew legte zunächst ein Geständnis ab. Später bezeichnete er sich aber als "unschuldig". Nach Angaben der russischen Menschenrechtskommission gab er an, sein Geständnis unter Folter abgelegt zu haben. Die vier anderen Männer bestreiten ebenfalls eine Beteiligung an der Tat.

Der 55-jährige Nemzow war in der Nacht zum 28. Februar auf einer Brücke im Zentrum Moskaus in Sichtweite des Kremls erschossen worden. Die Ermordung des Regierungsgegners löste in Russland und weltweit Bestürzung aus. Der frühere Vize-Ministerpräsident war einer der prominentesten Widersacher von Staatschef Wladimir Putin und ein scharfer Kritiker von dessen Ukraine-Politik.

Nach Angaben der Zeitung "Kommersant" identifizierten die Ermittler inzwischen einen weiteren Verdächtigen, der die Tatwaffen und das Fluchtfahrzeug besorgt haben soll. Zudem soll er den fünf Verdächtigen jeweils etwa 50.000 Euro versprochen haben.

(AFP)
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