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Ermordung von 300 Zivilisten
Sechs Männer wegen Kriegsverbrechen festgenommen

Sarajevo. Wegen der mutmaßlichen Beteiligung an Kriegsverbrechen zu Beginn des Bosnien-Kriegs sind in Bosnien fünf ehemalige Offiziere der serbischen Einheiten und ein Ex-Politiker festgenommen worden.

Wie die bosnische Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte, wird den Ex-Offizieren und dem ebenfalls festgenommenen ehemaligen Politiker vorgeworfen, für die Ermordung von 300 Menschen mitverantwortlich zu sein, die bei Vertreibungen von 5000 muslimischen und kroatischen Zivilisten in der Gemeinde Kotor-Varos umgebracht wurden. Die Verbrechen wurden laut der Staatsanwaltschaft im ersten Jahr des Kriegs begangen.

Es handelt sich um Fälle, die der bosnischen Justiz vom Internationalen Strafgerichtshof für Ex-Jugoslawien übergeben wurden. Dort werden ranghohe Verantwortliche aus der Zeit des Bosnien-Kriegs vor Gericht gestellt. Die bosnische Justiz übernimmt Fälle von geringerer Tragweite. Unter den Festgenommenen befinden sich der Kommandeur der 22. Brigade, Bosko Peulic, und Bataillonsführer Slobodan Zupljanin.

Erst am Dienstag waren drei bosnisch-muslimische Verdächtige festgenommen worden, die im Bosnien-Krieg Verbrechen an einhundert serbischen Zivilisten begangen haben sollen. Im Bosnien-Krieg (1992-95) wurden mehr als 100.000 Menschen getötet. Zwei Millionen Menschen, die Hälfte der damaligen Bevölkerung, wurden vertrieben.

(AFP)
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