Streit um Uran-Anreicherung: Bringt US-Superbombe Iran zum Einlenken?
VON GODEHARD UHLEMANN - zuletzt aktualisiert: 20.10.2009 - 07:44Wien/Düsseldorf (RP). Iran will von der eigenen Uran-Anreicherung keinesfalls abrücken. Dies wurde gestern bei Auftakt der Atomgespräche in Wien deutlich. Mit dieser Positionsfestschreibung waren die Vertreter aus Teheran mit Gesandten aus den USA, Frankreich und Russland sowie Vertretern der Internationalen Atomenergiebehörde zusammengekommen.
Ausgehandelt werden soll aber eine Übereinkunft, nach der Teheran gering angereichertes Uran zur Verarbeitung ins Ausland schicken soll. Auf diese Weise soll die Herstellung von hochangereichertem Uran für den Bau von Atomwaffen im Mullah-Staat verhindert werden.
Teheran hatte dem Vorschlag der Verarbeitung in Russland und Frankreich grundsätzlich am 1. Oktober zugestimmt, als Unterhändler der fünf Vetomächte des Weltsicherheitsrates sowie Deutschlands in Genf die Übereinstimmung erzielt hatten. Iran hat bisher offiziell kein Zeichen des Einlenkens gegeben.
Bombe soll unterirdische Bunker zerstören
Kritiker werfen Iran vordergründige Verhandlungsbereitschaft und ein Spiel auf Zeit vor, um doch eine Atombombe bauen zu können. Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Geoff Morell, hatte wenige Tage vor den Wiener Gesprächen in Washington erklärt, die USA stünden vor der Fertigstellung einer neuen konventionellen Super-Bombe, die tief in der Erde liegende Militäranlagen zerstören soll. Dies war als Warnung verstanden worden, um Teheran zum Einlenken zu bewegen.
An der Bombe arbeiten die USA seit dem Irak-Krieg 2003, als es misslang, dort unterirdische Militäranlagen mit einem Schlag zu vernichten. Die neue mit Hochdruck entwickelte Bombe ("Massive Ordnance Penetrator") ist in einigen Monaten einsatzbereit und überschreitet die Sprengkraft ihres Vorgängers um das Zehnfache. Sie ist 15 Tonnen schwer, kann 2,5 Tonnen Sprengstoff mitführen, um mit einigen Metern Beton gesicherte Bunker und Militäranlagen zu zerstören. Pentagon-Sprecher Morell bestätigte nicht, dass sich die neue Waffe gegen Iran oder Nordkorea richte, die nach US-Einschätzung an Atomwaffen arbeiteten.
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