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Spannungen zwischen Verbündeten: Britische Irak-Offiziere beklagen Pannen bei US-Militärführung

zuletzt aktualisiert: 23.11.2009 - 07:57

London (RPO). Zwischen der US-Militärführung im Irak und ihren britischen Verbündeten hat nach dem Einmarsch im März 2003 oftmals eine alles andere als harmonische Stimmung geherrscht: In Gesprächen mit Vertretern des Londoner Verteidigungsministeriums beklagten sich zahlreiche ranghohe Rückkehrer über ihren geringen Einfluss auf die Entscheidungen ihrer US-Kollegen, wie der "Daily Telegraph" am Dienstag berichtete.

Fünf britische Soldaten sind bei einem Angriff in Afghanistan ums Leben gekommen.  Foto: PA, AP
Fünf britische Soldaten sind bei einem Angriff in Afghanistan ums Leben gekommen. Foto: PA, AP

"Unsere Möglichkeiten, die US-Politik im Irak zu beeinflussen, scheinen sehr gering zu sein", urteilte der oberste Kommandeur der britischen Truppen, Andrew Stewart, über die Zeit nach dem eigentlichen Irakkrieg. Seine US-Kollegen verglich der Generalmajor mit einer "Gruppe Marsmenschen", denen jeder "Dialog völlig fremd" sei. Stabschef JK Tanner klagte, dass die britische Militärführung "ungeachtet unserer sogenannten 'besonderen Beziehungen' nicht anders behandelt wird als die Portugiesen".

Eine Entscheidung der US-Kommandeure, einen engen Vertrauten des radikalen Schiitenpredigers Moktada el Sadr im von den Briten kontrollierten Bereich zu fangen, war nach den Worten eines anderen britischen Offiziers "mit uns nicht abgesprochen und schon gar nicht koordiniert". Laut General Stewart gab es zwischen dem britischen Hauptquartier in Basra und der US-Führung in Bagdad nicht einmal eine "gesicherte Funkverbindung".

"Das ganze System war entsetzlich", fasste Oberst Tanner seine Erfahrungen mit der sogenannten Wiederaufbauphase zusammen. "Wir hatten im Umgang mit dem amerikanischen Militär und den zivilen Stellen echte Schwierigkeiten. Diese gaben uns - teils aus Arroganz, teils durch ihre Bürokratie - zu verstehen, dass es nur einen Weg gibt: den amerikanischen Weg".

Am Dienstag beginnen in London die Anhörungen zur britischen Rolle im Irak-Feldzug. Die unabhängige Untersuchung soll klären, welche Lektionen aus dem Krieg gezogen werden müssen.

Quelle: AFP/sdr

 
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