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"Papst sollte Kondome verteilen": Britische Regierung entschuldigt sich für Papst-Verulkung

zuletzt aktualisiert: 25.04.2010 - 11:46

London (RPO). Vor dem Papst-Besuch in Großbritannien im September hat ein Regierungsdokument in London für Ärger im Außenministerium gesorgt. In einem E-Mail-Anhang skizzierte ein junger Ministerialbeamter den "idealen Papstbesuch" mit der Schließung von Homo-Ehen und dem verteilen von Kondomen - sehr zum Verdruß seines Chefs.

David Miliband äußerte sich "entsetzt" über die Lobby-Aktivitäten.  Foto: AP, AP
David Miliband äußerte sich "entsetzt" über die Lobby-Aktivitäten. Foto: AP, AP

In einem E-Mail-Anhang zu ersten Vorbereitungen des Besuchsprogramms sind nach Informationen des "Sunday Telegraph" unter dem Titel "Der ideale Besuch sähe so aus" Vorschläge aufgelistet, die das Ministerium umgehend als "dumm" und "respektlos" bezeichnete.

So heiße es darin, Papst Benedikt XVI. solle eine Abtreibungsklinik einweihen und eine Homo-Ehe schließen. Außerdem könne er eine Kondom-Verkaufskampagne starten und sein Durchgreifen im Missbrauchsskandal beweisen, indem er "zwielichtige Bischöfe rausschmeißt".

Das Außenministerium entschuldigte sich umgehend für das Papier, das von einem jungen Staatsbediensteten verfasst worden sei. Außenminister David Miliband sagte am Sonntag in London, er sei "entsetzt" über das Fehlen jeglichen gesunden Menschenverstands.

Der etwa 20-Jährige sei mit anderen Aufgaben betraut worden. Ein Ministeriumssprecher sagte, das Papier spiegele nicht im Geringsten die Position der britischen Regierung wider. Londons Botschafter im Vatikan, Francis Campbell, drückte gegenüber Vertretern des Heiligen Stuhls in Rom das Bedauern der britischen Regierung aus.

Das auf den 5. März datierte Dokument, das in einer Fußnote mit dem Hinweis versehen war, es handele sich um etwas "weit hergeholte" Ideen, war eines von drei an die E-Mail angehängten "Hintergrunddokumenten", die Regierungsvertreter zur Diskussion über Themen für den Papstbesuch aufforderten, wie die Zeitung berichtete. Der Autor habe zudem gewarnt, der Inhalt sei nur für den internen Gebrauch bestimmt; vor allem der Text "der ideale Besuch" sei "Produkt eines Brainstormings", das auch noch die entferntesten Ideen in Betracht ziehe.

Quelle: AFP/KNA

 
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