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Mosambik, Madagaskar und Botswana: Bundespräsident besucht drei Länder Afrikas

VON DIRKE KÖPP - zuletzt aktualisiert: 03.04.2006 - 12:12

Maputo (RP). Wenn Horst Köhler am Montag in Maputo, der Hauptstadt Mosambiks, landet, dann kommt er auch ein bisschen zu Hause an. Der Bundespräsident kennt Afrika. Und noch mehr: Der vergessene Kontinent, der für viele nur mit Krieg, Krisen und Krankheit zu tun hat, liegt ihm am Herzen. Er hat ihn sogar zu einem der Schwerpunkte seiner Amtszeit gemacht.

Das hatte Köhler schon bei seinem Antritt in bewegenden Worten gesagt: „Für mich entscheidet sich die Menschlichkeit unserer Welt am Schicksal Afrikas.“

Der Präsident fährt bereits zum zweiten Mal in seiner Amtszeit auf den afrikanischen Kontinent. Schon seine erste lange Auslandsreise führte ihn 2004 nach Westafrika. Danach wollte er den Kontinent mindestens einmal im Jahr besuchen. Köhler will das Bewusstsein der Deutschen dafür schärfen, dass Afrika eben nicht nur der verlorene Kontinent ist.

Doch im vergangenen Jahr machten ihm die vorgeschobenen Bundestagswahlen einen Strich durch die Rechnung. Ziele der zehntägigen Reise, die er heute antritt, sind daher die drei Staaten Mosambik, Madagaskar und Botswana, die man trotz ihrer Unterschiedlichkeit auf den gemeinsamen Nenner „Reformerstaaten“ bringen kann.

MOSAMBIK: Das Land, in dem 1992 ein 16-jähriger Bürgerkrieg beendet worden war, gilt als stabil und demokratisch. Die ehemaligen Kriegsgegner bekämpfen sich nur noch in parlamentarischen Debatten. Präsident Armando Guebuaza kam Ende 2004 in freien und fairen Wahlen an die Macht und verfolgt seither eine Politik gegen Korruption und Kriminalität. Sein Ansatz, den Mittelstand und die Wirtschaft zu fördern, zeigt gute Erfolge, und die Wirtschaft des 20-Millionen-Einwohner-Landes wächst jährlich um knapp über sieben Prozent.

MADAGASKAR: Auch Madagaskar hat sich nach einer Zeit politischer Turbulenzen stabilisiert. Präsident Marc Ravalomanana hatte sich 2002 nach international stark kritisierten Wahlen zum Staatschef der knapp 19 Millionen Madegassen erklärt. Erst vier Monate später erkannten die USA, Frankreich und Deutschland Ravalomanana an. Die Afrikanische Union hingegen bewertete den Regierungswechsel als undemokratisch und suspendierte für mehr als ein halbes Jahr die Mitgliedschaft des Inselstaates. Inzwischen aber findet Ravalomananas Politik international Anerkennung. Er steht für Haushaltsdisziplin, eine restriktive Geldpolitik, Korruptionsbekämpfung und Privatisierungen.

BOTSWANA: Als afrikanisches Musterland gilt Botswana. Einzig die hohe Aidsrate von 37 Prozent trübt das Bild. Zum Erfolgsmodell wurde Botswana ausgerechnet dank eines Rohstoffs: Der Binnenstadt ist der weltgrößte Diamantenproduzent. Anders als in den meisten afrikanischen Staaten aber fließen die Einnahmen aus den vier Diamantenminen aufgrund einer erfolgreichen Kooperation mit Südafrika nicht in dunkle Kanäle, sondern werden in Bildung und Infrastruktur investiert. Das für Afrika hohe Pro-Kopf-Einkommen von rund 3500 Euro täuscht jedoch darüber hinweg, dass viele der nur etwa 1,8Millionen Botswaner am Existenzminimum leben.

Genau da will Köhler ansetzen: bei der Wirtschaft. Bei seiner Reise wird er daher von einer 20-köpfigen Wirtschaftsdelegation begleitet. Denn neben seiner Liebe zum Kontinent und dem Ethos, das ihn bewegt, prägt ihn auch seine Erfahrung beim Internationalen Währungsfonds. „Als Ökonom denke ich auch ganz pragmatisch“, so der Bundespräsident. „Wir können es uns nicht leisten, einen ganzen Kontinent zu verlieren. Wir im Norden brauchen Afrika. So wie Afrika uns braucht.“

Quelle: alfa

 
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