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Unser Reporter vor Ort: Bundespräsident Köhler in Paraguay angekommen

VON STEFAN REKER - zuletzt aktualisiert: 05.03.2007 - 09:05

Asuncion (RP). Bundespräsident Horst Köhler hat nicht viel zu bestimmen. Jedenfalls nicht, wenn er auf Staatsbesuch unterwegs ist. Dann hat ihn das diplomatische Protokoll fest im Griff. So lenkt es an diesem Montag und Dienstag fast jeden seiner Schritte in Paraguays Hauptstadt Asuncion.

Auf 135 dicht bedruckten Seiten legt das offizielle Besuchs-Programm detailliert fest, was Köhler für zwei Tage in Paraguay zu tun hat. Am Montag um Punkt 8.55 Uhr fährt er vom Hotel zum "Nationalen Pantheon", einem Ehrenmal im Stil des Pariser Invalidendoms mit den Gräbern mehrerer Präsidenten sowie eines unbekannten Soldaten. Um 9.10 Uhr trifft Köhlers Wagenkolonne dort ein, ab dann ist alles penibel geregelt. Eine Kostprobe aus dem Ablaufplan für die nächsten 15 Minuten:

"Begrüßung durch den Außenminister der Republik Paraguay, Herrn Rubén Dario Ramirez Lezcano, und den Offizier des militärischen Protokolls der Republik Paraguay, Herrn Oberst José Manuel Cáceres Arslanion / Der Bundespräsident, Frau Köhler, der Außenminister und der Offizier des militärischen Protokolls gehen bis vor die Stufen des Pantheons / Ein Zeremonienmeister kündigt den Beginn der Kranzniederlegung an / Zwei Fahnenträger treten hervor, und zwei Soldaten tragen den Kranz ins Pantheon, der Bundespräsident und die Begleiter folgen / Die Soldaten legen den Kranz nieder, der Bundespräsident tritt vor, ordnet die Schleife, verbeugt sich und verharrt / Ein Trompetensignal ertönt / Schweigeminute / Der Offizier des militärischen Protokolls tritt zum Bundespräsidenten und gibt kurze Erläuterungen zum Pantheon und lädt den Bundespräsidenten ein, sich in das Gästebuch des Pantheon einzutragen / Der Offizier des militärischen Protokolls bedankt sich und begleitet den Bundespräsidenten und Frau Köhler zum Auto." Zitat Ende.

Und so geht das weiter, in einem fort. Dabei sind die Programme der Staatsbesuche in Paraguay, Brasilien und Kolumbien zum Verwechseln ähnlich: Kranzniederlegung am jeweiligen Ehrenmal, offizielle Begrüßung durch den gastgebenden Staatspräsidenten mit Abschreiten einer militärischen Ehrenformation und Spielen der Nationalhymnen, Besuche bei den Parlamenten und obersten Gerichten sowie den örtlichen Rathäusern. Dort bekommt Köhler allenthalben einen "Goldenen Schlüssel" überreicht - mal sehen, wie viele er im Laufe dieser Reise sammeln wird.

Etwas freier, wenn auch ebenso perfekt protokollarisch vorbereitet, verlaufen das "Sonderprogramm" von Eva Luise Köhler, die mit der "primera dama" Maria Gloria Penayo de Duarte, der First Lady Paraguays, vorwiegend soziale Projekte in den ärmeren Vierteln der Stadt besucht (dazu später mehr).


 
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