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Afghanistan: Bundeswehr könnte abgeschossene Piloten nicht retten

zuletzt aktualisiert: 02.03.2007 - 09:13

Berlin (RPO). Aus eigenen Kräften könnten deutsche Tornado-Piloten, die in Afghanistan abgeschossen werden, nicht gerettet werden. Die Bundeswehr verfüge nicht über die Fähigkeiten zum "bewaffneten Such- und Rettungsdienst". Diese befinden sich nach Angaben des Verteidigungsministeriums noch im Aufbau.  

Durch Schwierigkeiten bei der Lieferung neuer Hubschrauber werde der Prozess weiter verzögert, erklärte das Verteidigungsministerium in einer der "Welt" vom Freitag vorliegenden Antwort auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion.

Die Europaabgeordnete Angelika Beer (Grüne) forderte im Rahmen einer neuen Gesamtstrategie der NATO für Afghanistan ein Engagement der Bundeswehr auch im umkämpften Süden des Landes. Bei der Umsetzung einer solchen Strategie "muss jeder bereit sein, sich im ganzen Land zu engagieren, also die Deutschen auch im Süden", sagte sie dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) räumte laut "Welt" in einer Diskussion mit der FDP-Fraktion ein, dass die Tornado-Piloten im Falle eines Absturzes oder Abschusses von kanadischen oder US-Einheiten geborgen werden müssten.

Such- und Rettungsfähigkeiten seien "ein integraler Bestandteil multinationaler Planungen und der Einsatzführung", heißt es in der Antwort auf die Anfrage dazu. Allerdings sind Flugzeuge und Hubschrauber bei den internationalen ISAF-Einheiten in Afghanistan knapp. Laut Verteidigungsministerium hat sich der Auslieferungsbeginn der benötigten Hubschrauber vom Typ NH 90 um mehrere Jahre verzögert.

Beer sagte, der Friede in Afghanistan sei durch mehr Militär alleine nicht mehr zu gewinnen. Nötig sei wesentlich mehr Geld für die Drogenbekämpfung und den zivilen Wiederaufbau. "Für mich ist völlig klar, dass das Bündnis diese Strategie dann gemeinsam umsetzen muss", sagte die Verteidigungsexpertin dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Deutschland steht wie alle Bündnispartner in der Verantwortung, ein endgültiges Versinken des Landes in einen Krieg zu verhindern."

Quelle: afp

 
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