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Afghanistan: Bundeswehrsoldat bei Anschlag getötet

zuletzt aktualisiert: 27.08.2008 - 20:15

Berlin (RPO). Die Bundeswehr trauert. Bei einem Anschlag in Afghanistan ist ein deutscher Soldat getötet worden. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP aus gut informierten Kreisen wurden bei dem Anschlag in der Nähe von Kundus drei weitere Bundeswehrsoldaten verletzt.

Nach einem Bericht des "Spiegel" bekannten sich die radikalislamischen Taliban zu dem Anschlag.

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung bestätigte unterdessen den Tod des deutschen Soldaten. Wie Jung am Mittag in Berlin mitteilte, kam der Fallschirmjäger aus Zweibrücken im Saarland am frühen Mittwochmorgen ums Leben, als seine Patrouillenfahrzeug südlich von Kundus in eine Sprengfalle geriet. Bei dem Getöteten handele es sich um einen 29-jährigen Hauptfeldwebel.

Der "feige, hinterhältige Anschlag" ereignete sich dem Minister zufolge um 9.25 Uhr Ortszeit, als eine Patrouille südlich von Kundus mit acht Fahrzeugen unterwegs gewesen sei. Dabei sei ein geschütztes "Wolf"-Fahrzeug in eine Sprengfalle geraten, nachdem es eine Furt des Kundes-Flusses durchquert habe. Ausgelöst worden sei die Sprengfalle durch Draht.

Die drei leicht verletzten Soldaten seien nach erfolgter Erstversorgung durch einen Arzttrupp, der bei der Patrouille mit unterwegs gewesen sei, nach Mazar-i-Sharif geflogen worden und würden dort weiter gehandelt, sagte Jung.

Unterdessen zeigte sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) "tief erschüttert". Merkel habe den Hinterbliebenen im Namen des Kabinetts ihr Beileid ausgesprochen. Zugleich habe die Regierungschefin die Hoffnung geäußert, dass die drei Verletzten rasch genesen.

Jung äußerte sich ebenfalls tief betroffen von dem Todesfall und versicherte den Angehörigen seiner Anteilnahme. Er räumte zugleich ein, dass sich die Sicherheitslage in Afghanistan verschärft habe. Deshalb seien auch Verstärkungskräfte entsandt worden. Zu diesen Kräften gehörten auch die jetzt von dem Anschlag betroffenen Soldaten.

Jung betonte zudem, das Attentat werde die Bundeswehr nicht von der Aufgabe abhalten, in Afghanistan Stabilität und eine friedliche Entwicklung herbeizuführen. Man habe einen wichtigen Auftrag, der auch der Sicherheit der Bürger in Deutschland diene. Afghanistan dürfe "nicht wieder zurückfallen zum Ausbildungscamp für den Terrorismus".

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach am Rande seiner Sommerreise durch Brandenburg von einem "feigen Anschlag", den er "auf das Schärfste" verurteilte. Den Angehörigen sprach Steinmeier sein Mitgefühl aus.

Erst vor drei Wochen waren bei einem neuerlichen Angriff auf deutsche Soldaten nahe Kundus zwei Bundeswehrangehörige schwer und einer leicht verletzt worden. In der vergangenen Woche war eine Bundeswehr-Patrouille in der Nähe des Feldlagers Faisabad im Nordosten des Landes beschossen worden. Bei dem anschließenden Schusswechsel wurde einer der Angreifer verwundet. Er starb noch auf dem Weg ins Lazarett. Deutsche Soldaten wurden bei diesem Zwischenfall nicht verletzt.

Quelle: afp

 
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