Dramatischer Wandel: Bush nennt Klimabericht "bedeutsam"
zuletzt aktualisiert: 02.02.2007 - 21:51Washington (RPO). Der Weltklimabericht der Vereinten Nationen zeichnet ein dramatisches Szenario für die Zukunft unseres Planeten. Erstmals wird dem Menschen die Verantwortung für die Erderwärmung bescheinigt. Jetzt bezieht auch US-Präsident Bush Stellung zur Studie. Die Ergebnisse hält er für "bedeutsam".
Die Befunde des UN-Klimaausschusses IPCC seien "bedeutsam" und trügen zu einem besseren Verständnis des Phänomens bei, sagte Bushs Sprecher Tony Fratto in Washington. Insofern helfe der Bericht bei der Suche nach dem besten Weg, "wie man den Herausforderungen des Klimawandels begegnen kann".
Bush hatte in der vergangenen Woche eine Initiative angekündigt, den Treibstoffverbrauch von Autos in den USA über die kommenden zehn Jahre um ein Fünftel zu senken. Verbindliche Obergrenzen für den Ausstoß an Treibhausgasen, wie sie etwa das Kyoto-Protokoll vorsieht, lehnt Bush aber strikt ab. Als größter Energieverbraucher der Erde tragen die USA knapp ein Viertel zum weltweiten Ausstoß an Treibhausgasen bei.
Wissenschaftler und Experten bewerten den Klimabericht als Meilenstein. Der Chefberater der Bundesregierung in Klimafragen, Hans Joachim Schellnhuber, fordert entschlossene Schritte zum Klimaschutz. "Mit dem nun vorliegenden Bericht sollten letzte Zweifel ausgeräumt sein, dass wir Menschen es sind, die die Klimaschraube überdrehen", so der Direktor des Potsdam-Institutes für Klimafolgenforschung (PIK). "Folglich liegt es in unserer Hand, diese gefährliche Fehlentwicklung entschlossen durch Reduktion der Treibhausgasemissionen zu korrigieren."
500 Klimaforscher aus 113 Staaten
Am Klimabericht haben mehr als 500 führende Klimaforscher sowie Vertreter von 113 Staaten mitgearbeitet. An der Verantwortung des Menschen für die eindeutige Klimaveränderung gebe es nun keinen Zweifel mehr, sagte Co-Autorin Susan Solomon. Laut der Expertise sind die Temperaturen in den letzten 50 Jahren doppelt so schnell gestiegen wie in den 100 Jahren zuvor. Der Kohlendioxid-Gehalt der Luft hat durch den Verbrauch fossiler Brennstoffe seit 1750 um 35 Prozent zugenommen.
Gemäß den Berechnungen heizt sich die Atmosphäre deswegen im günstigsten Fall um 1,8 bis 2,9 Grad auf, im schlimmsten um 2,4 bis 6,4 Grad. In der Folge des Klimawandels wird der Meeresspiegel um 18 bis 59 Zentimeter steigen, prognostizieren die Forscher. Weitere 10 bis 20 Zentimeter seien möglich, wenn das schnelle Abschmelzen des Polareises fortschreite.
Doch selbst bei einem sofortigen Emissionsstopp würden die Temperaturen im kommenden Jahrhundert um 0,6 Grad weitersteigen. Der Meeresspiegel würde gar noch mehrere Jahrhunderte steigen. Die Forscher machen den Treibhauseffekt bereits jetzt dafür verantwortlich, dass es mehr heiße Tage und weniger kalte Nächte gibt und dass sich Hitzewellen, Überflutungen und Dürren häufen.
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