Resolution zum Irak-Krieg: Bush soll UN-Mitgliedern gedroht haben
zuletzt aktualisiert: 26.09.2007 - 16:12Madrid (RPO). Neue Vorwürfe gegen George W. Bush: Der US-Präsident soll mehreren nichtständigen Mitgliedern im UN-Sicherheitsrat mit Konsequenzen gedroht haben, sollten sie nicht für die Resolution zum Irak-Krieg stimmen. Das berichtete die spanische Zeitung "El Pais". Sie beruft sich auf vertrauliche Dokumente.
"El Pais" veröffentlichte am Mittwoch vertrauliche Aufzeichnungen zu einem Gespräch zwischen Bush und dem damaligen spanischen Ministerpräsidenten José Maria Aznar. Bei dem Treffen im Februar 2002 in Texas soll Bush zu Aznar gesagt haben, Länder wie Mexiko, Chile, Angola und Kamerun müssten begreifen, dass die Sicherheit der Vereinigten Staaten auf dem Spiel stehe.
Bush soll laut "El País" gesagt haben, eine ablehnende Haltung Chiles könne die Ratifizierung eines Freihandelsabkommens zwischen den beiden Ländern durch den US-Senat gefährden. Angola habe der US-Präsident gedroht, Zahlungen an das Land auszusetzen.
Außerdem soll Bush bei dem Gespräch deutlich gemacht haben, dass die USA unabhängig von der Entscheidung des UN-Sicherheitsrates in den Irak einmarschieren würden. Washington erhoffte sich von der Resolution, für die sich am Ende keine Mehrheit fand, eine Rechtfertigung des Militäreinsatzes im Irak.
Die "Washington Post" hatte zuvor über Scharfschützen der US-Armee berichtet, die in einem geheimen Programm im Irak "Köder" für mutmaßliche Gegner ausgelegt und diese dann getötet hatten.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum