Großdemonstration erwartet: Bush und Blair sprechen über Irak
zuletzt aktualisiert: 20.11.2003 - 06:19London (rpo). Nach seinem Treffen mit Königin Elizabeth II. ist am Donnerstag der britische Premierminister Tony Blair an der Reihe: Bei den politischen Gesprächen in der Downing Street will Blair US-Präsident George W. Bush nach Zeitungsberichten zu einer stärker politisch und weniger militärisch geprägten Strategie im Irak drängen.
Außerdem wolle er ihn bewegen, im Nahost-Friedensprozess Druck auf Israel auszuüben. Zu einem Demonstrationszug durch das Londoner Regierungsviertel werden etwa 100 000 Gegner von Bush und des Irak-Krieges erwartet.
Bereits am Mittwochabend demonstrierten in London etwa 600 Menschen vor dem Buckingham-Palast gegen Bush. Die Proteste verliefen nach Polizeiangaben "lautstark aber friedlich". 29 Personen wurden festgenommen. Während ihres viertägigen Aufenthalts wohnen Bush und seine Frau Laura als Gäste von Königin Elizabeth II. im Buckingham- Palast. Dort fand am Abend ein Staatsbankett zu Ehren des US- Präsidenten statt.
In einer Rede hatte Bush am Mittwoch die Notwendigkeit des Irak- Krieges erneut verteidigt. Durch die jüngsten Anschläge in Istanbul und Bagdad sehe er sich darin bestätigt. Sie seien "Teil einer weltweiten Kampagne von Terrornetzen", sagte Bush. "Diese Terroristen würden, wenn sie die Massenvernichtungswaffen bekämen, die sie wollen, Millionen töten." Deshalb sei es so wichtig gewesen, den irakischen Diktator Saddam Hussein zu stürzen.
Bush versicherte, dass die Amerikaner den Irak erst verlassen würden, wenn dort eine Demokratie aufgebaut worden sei. "Wir sind nicht in den Irak gekommen, um vor Mörderbanden und Attentätern zurückzuweichen", betonte er. "Wir haben jetzt nur zwei Möglichkeiten: unser Wort zu halten oder unser Wort zu brechen. Die Demokratie im Irak wird sich durchsetzen."
Der Präsident sagte, dass Freiheit und Demokratie notfalls mit Gewalt verteidigt werden müssten. In manchen europäischen Hauptstädten wolle man das heute nicht mehr wahrhaben: "Weil europäische Länder ihre Probleme heute durch Verhandlungen und Konsens lösen, nehmen sie zuweilen an, dass die ganze Welt genauso funktioniert. Aber lassen Sie uns nie vergessen, wie Europas Einigung erreicht wurde: von alliierten Befreiungsarmeen und Verteidigungsarmeen der NATO."
Der Staatsbesuch von Bush steht unter den massivsten Sicherheitsvorkehrungen, die London je gesehen hat. Bis Freitag wird er von insgesamt 14 000 Polizisten und 250 Mitgliedern des amerikanischen Geheimdienstes geschützt.
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