kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Auch Kapitän des Flüchtlingsschiffs festgenommen: Cap-Anamur: Chef verhaftet - Schiff beschlagnahmt

zuletzt aktualisiert: 12.07.2004 - 20:26

Köln (rpo). Überraschende Wende im tagelangen Nervenkrieg um das deutsche Rettungsschiff "Cap Anamur": Elias Bierdal, Chef der Hilforganisation, und der Kapitän des Schiffs, Stefan Schmidt, sind von der italienischen Polizei verhaftet worden.

Außerdem beschlagnahmten die Behörden das Schiff. Das bestätigte Cap Anamur-Projektleiter Bernd Göken auf AP-Anfrage in Köln. Die 37 afrikanischen Flüchtlinge an Bord wurden offenbar in Abschiebehaft gebracht und nicht, wie zunächst angenommen, in ein Aufnahmelager.

Göken bestätigte eine Vorabmeldung der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse" (Dienstagausgabe). Nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA wurden Bierdel und sein deutscher Kapitän, Stefan Schmidt, verhaftet. Ihnen wird demnach Begünstigung illegaler Einwanderung vorgeworfen.

Göken sagte, dass Bierdel aus dem seit 13.00 Uhr dauernden Verhör nicht freigelassen wurde. Er rechne nicht mit einer Freilassung am (heutigen) Montag. Mit der Beschlagnahmung der "Cap Anamur" habe auch die gesamte Mannschaft das Schiff verlassen müssen.

Göken äußerte sich bestürzt. Das Vorgehen der Behörden verstoße gegen alle Absprachen. "Die Italiener haben sich an nichts gehalten" sagte er. Mit den Schiffbrüchigen habe es "kein vernünftiges Verfahren" gegeben, kritisierte er. Die "Cap Anamur" hatte die 37 in einem Schlauchboot im Mittelmeer treibenden Afrikaner vor drei Wochen an Bord genommen. Insgesamt 36 der Flüchtlinge stammen ihren eigenen Angaben zufolge aus der sudanesischen Krisenprovinz Darfur, einer aus Sierra Leone.

Laut ANSA machen die italienischen Behörden nach ersten Ermittlungen geltend, dass die Flüchtlinge entgegen diesen Angaben vermutlich aus Ghana und Nigeria stammen. Italien hatte rund zehn Tagen lang die Einfahrt des Schiffes verhindert - mit der Begründung, das Schiff habe zuvor ein zu Malta gehörendes Seegebiet passiert

Zunächst hatte es so ausgesehen, als ob der Konflikt gelöst werden könnte. Am Mittag durfte das Boot nach Tagen auf See im sizilianischen Porto Empedocle ankern und ein Bus brachte die Flüchtlinge zu einem nahe gelegenen Asylbewerberheim. Bierdel hatte daraufhin von einer erfolgreichen Rettung gesprochen und weitere Aktionen angekündigt.

Die Bundesregierung hatte zuvor klargestellt, dass die Flüchtlinge kein Asyl in Deutschland beantragen können. "Ein deutsches Schiff ist kein deutsches Hoheitsgebiet", sagte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Rainer Lingenthal. Ein Asylgesuch sei deshalb ohne Wirkung. Allein Italien sei für die Flüchtlinge zuständig. Dass Italien die Flüchtlinge aufnehme, sei die von Deutschland angestrebte humanitäre Lösung.

Neudeck fordert Bierdels Freilassung

Der Gründer der Hilfsorganisation Cap Anamur, Rupert Neudeck, fordert die sofortige Freilassung Bierdels. Laut "Stuttgarter Nachrichten" (Dienstagausgabe) bezeichnete er die Festnahme als "absolut lächerliche Reaktion des italienischen Staates". Die Bundesregierung müsse sich schleunigst dafür einsetzen, dass Bierdel wieder freikomme.


 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Rot-Grün sucht Datteln-Kompromiss

Zukunft des umstrittenen Kohlekraftwerks

Rot-Grün sucht Datteln-Kompromiss

Die Zukunft des umstrittenen Kohlekraftwerks in Datteln gehört zu den wichtigsten Streitpunkten in den Koalitionsverhandlungen von SPD und G ... mehr 

Joachim Gauck – Israels kritischer Freund

Bundespräsident auf Staatsbesuch

Joachim Gauck – Israels kritischer Freund

Der Bundespräsident hinterlässt bei seinem ersten Staatsbesuch in Israel seine eigene Handschrift. Der Empfang durch Präsident Schimon Peres ... mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Zukunft des umstrittenen Kohlekraftwerks

Rot-Grün sucht Datteln-Kompromiss

Bundespräsident auf Staatsbesuch

Joachim Gauck – Israels kritischer Freund

Drohender Verzug bei Bergung der Abfälle

Altmaier besucht Atommülllager Asse

US-Präsident bestimmt Ziele der Drohnenangriffe

Obama wacht persönlich über "Todesliste"

Haftbefehl gegen Carsten S. aufgehoben

Mutmaßlicher Düsseldorfer NSU-Helfer frei

Jugendliche verprügeln Frauen in Mönchengladbach

Polizei hofft auf Videomaterial aus Aachen

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

V.I.P Duisburg:"Der Checker" - von Vivien Daberkow

Sie kennen es mittlerweile alle. Casting-Shows gibt es noch und nöcher. Die Teilnehmer überschwemmen in der Hoffnung auf den ganz ... mehr 

US-Präsident bestimmt Ziele der Drohnenangriffe

Obama wacht persönlich über "Todesliste"

US-Präsident Barack Obama überwacht einem Medienbericht zufolge persönlich die Auswahl der Ziele für die Drohnenangriffe gegen Anhänger von Al-Qaida und anderer Terrorgruppen. mehr

 

Diese Männer spalten Ägypten

Ein Islamist und ein Mubarak-Mann

 

Bundespräsident zu Gast in Israel

Gauck: Israel plant keinen Angriff gegen Iran

 
 

Strafmaßnahme wegen Massaker von Hula

Deutschland weist syrischen Botschafter aus

 

Israel-Reise des Bundespräsidenten

Gauck: "Israel ist ein blühendes Land"

Top-Services