Auf Karibikinsel: Chavez enteignet Hilton-Hotel
zuletzt aktualisiert: 15.10.2009 - 08:36Caracas (RPO). Die Hotel-Führung soll angeblich das Gebäude vernachlässigt haben. Deswegen hat Venezuelas Präsident Hugo Chavez das historische Hilton-Hotel auf der Karibikinsel Margarita verstaatlicht.
"Ich habe gesagt 'Lasst sie uns enteignen' - und sie sind enteignet", sagte Chavez am Mittwoch im Staatsfernsehen. "Und ich werde den Namen des Margarita Hilton ändern. Ich werde ihm einen örtlichen Namen geben. Denn die Hilton-Marke ist international, sie kommt nicht von hier", erklärte der Präsident.
In seinem Dekret kritisierte Chavez, dass die Hotel-Führung das Gebäude vernachlässigt habe. Eine Nationalierung sei deshalb angezeigt, um den Tourismus auf der Insel zu fördern.
Zudem beschwerte sich der Präsident, dass die Hotel-Führung im vergangenen Monat nicht kooperativ gewesen sei, als er ein Gipfeltreffen von afrikanischen und südamerikanischen Staats- und Regierungschef in dem Hotel veranstalten wollte. Deshalb habe er sich entschlossen, die Besitzer des Hotels, die Mitglieder der venezolanischen Wirtschaftselite seien, zu enteignen.
Die Hilton-Gruppe, die für das Management des Hotels zuständig ist, erklärte, man prüfe derzeit noch, inwieweit die Ankündigung von Chavez die eigenen Interessen betreffe. Die staatliche Genehmigung für den Hotelbetrieb war erst in den vergangenen Tagen ausgelaufen. Bereits in der Vergangenheit hatte die Hilton-Gruppe Lizenzen für zwei Hotels in Venezuela verloren.
Chavez hat in den vergangenen zehn Jahren einen aggressiven Nationalisierungskurs verfolgt und zahlreiche Wirtschaftszweige unter seiner Kontrolle gebracht - darunter den Ölsektor, den Telekommunikationsbereich sowie Metallfirmen.
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