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Wegen Giftgas-Angriff auf Halabdscha: "Chemie-Ali" erneut zum Tode verurteilt

zuletzt aktualisiert: 17.01.2010 - 09:25

Bagdad (RPO). Der "Chemie-Ali" genannte frühere irakischen Gouverneur und General Ali Hassan al Madschid ist am Sonntag wegen des Giftgasangriffs auf die nordirakische Stadt Halabdscha zum Tode verurteilt worden. Wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit war er zuvor bereits drei Mal zum Tode verurteilt worden.

 Foto: AFP FILES, AFP
Foto: AFP FILES, AFP

Hinterbliebene der Opfer brachen bei der Verlesung des Urteils am Sonntag in Jubel aus. Bei dem Angriff auf die überwiegend von Kurden bewohnte Stadt waren 1988 schätzungsweise 5600 Menschen getötet worden. Der 68-jährige Al Madschid wurde wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit bereits zuvor drei Mal zum Tode verurteilt.

Unter anderem erhielt der frühere Gouverneur der irakischen Nordprovinzen einmal wegen Völkermordes gegen die kurdische Bevölkerung die Todesstrafe. Der Vetter des früheren langjährigen Machthabers Saddam Hussein war in den 90er Jahren Innen- und Verteidigungsminister, kurz vor dem Einmarsch der alliierten Truppen 2003 wurde er zum Oberbefehlshaber im Südirak ernannt. Im ersten Golfkrieg 1991 war er Gouverneur im vom Irak annektierten Kuwait; nach dem Krieg war er für die Niederschlagung des schiitischen Aufstands in Basra verantwortlich.

Wegen des Giftgasangriffs auf Halabdscha wurden bereits mehrere ehemalige Regime-Mitglieder schuldig gesprochen. So wurden der frühere Verteidigungsminister Sultan Haschim Ahmad al Tai sowie der ehemalige Chef des militärischen Geheimdienstes, Sabir al Duri, zu jeweils 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Der frühere Militärkommandeur Farhan Mutlak al Dschuburi erhielt eine zehnjährige Haftstrafe.

Früherer Außenminister Asis erleidet laut Sohn Schlaganfall

Der inhaftierte frühere irakische Außenminister Tarik Asis erlitt nach Angaben seines Sohnes am Wochenende einen schweren Schlaganfall. Sein Vater habe dabei sein Sprechvermögen verloren, sagte Siad Asis am Sonntag der Nachrichtenagentur AP. Er sei in ein Krankenhaus nach Balad nördlich von Bagdad gebracht worden. Asis war mehrere Jahre lang die Stimme von Saddam Husseins Regime im Ausland. Er wurde wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in mehreren Fällen zu Haftstrafen von insgesamt 22 Jahren verurteilt.

Quelle: AP/jre

 
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