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Irak: "Chemie-Ali" wegen Mordes hingerichtet

zuletzt aktualisiert: 25.01.2010 - 15:09

Bagdad (RPO). Der "Chemie-Ali" genannte Cousin des früheren irakischen Diktators Saddam Hussein ist am Montag hingerichtet worden. Das teilte ein Regierungssprecher in Bagdad mit.

Foto: AFP FILES, AFP

Ali Hassan el Madschid wurde am Montag wegen Mordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gehängt. Er war erst vor einer Woche wegen des Massakers im kurdischen Halabdscha zum vierten Mal zum Tode verurteilt worden.

"Chemie-Ali" galt als rechte Hand des Diktators Hussein und zählte zu dessen Amtszeit zu den gefürchtesten Regierungsvertretern in Bagdad. So ließ er etwa 1996 zwei seiner Neffen hinrichten, die sich nach Jordanien abgesetzt hatten.

Madschids Vorgehen gegen die Kurden war besonders grausam, sodass er auch den Beinamen "Schlächter Kurdistans" erhielt. Im Mai 1987 ordnete er einen Vernichtungsfeldzug in den Kurdengebieten an. Dabei wurden große Bevölkerungsgruppen vertrieben.

Bei dem Giftgasangriff in Halabdscha im Jahr 1988 kamen schätzungsweise rund 5000 Menschen ums Leben. Die Kleinstadt hatten kurdische Untergrundkämpfer während des Kriegs zwischen dem Irak und dem Iran unter ihre Kontrolle gebracht. Mit Giftgas, darunter Senfgas und das Nervengas Sarin, bombardierte schließlich die irakische Luftwaffe den Ort.

Auf der US-Fahndungsliste für die meistgesuchten Iraker war Madschid auf Platz fünf. 2003 wurde er schließlich gefasst. 2007 wurde er erstmals zum Tode verurteilt - wegen der Niederschlagung eines kurdischen Aufstandes 1987 und 1988. Weitere Todeurteile folgten Ende 2008 und im März 2009. Das letzte fiel Mitte Januar.

Quelle: AFP/das

 
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