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Treffen der Wirtschaftsmächte
China beschäftigt G20 - Gelassenheit trotz Konjunkturflaute

China beschäftigt G20 - Gelassenheit trotz Konjunkturflaute
Die G20-Finanzminister und -Notenbankchefs beraten sich in Ankara. Ein wichtiges Thema: China. FOTO: afp, ADM/RT
Ankara. Intensive Diskussionen, aber keine öffentlichen Mahnungen an China: Die Finanzminister und Notenbankchefs der Top-Wirtschaftsmächte werden intensiv die Konjunkturflaute der zweitgrößten Volkswirtschaft beleuchten. Alarmierende Worte sind aber nicht zu erwarten.

Die führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) sehen trotz der Sorgen um die schwache Konjunktur in China und der jüngsten Börsenturbulenzen keinen Grund für übereilte Gegenmaßnahmen. Bei den Beratungen der G20-Finanzminister und -Notenbankchefs in Ankara wird die Lage in China zwar das beherrschende Thema sein. Mahnende Worten an die Führung in Peking oder ein Maßnahmenpaket der G20 zur Stabilisierung der globalen Konjunktur und der Schwellenländer seien aber nicht zu erwarten, verlautete am Freitag aus Verhandlungskreisen.

Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) demonstrierte Gelassenheit: "Dieses Mal haben wir ein relativ entspanntes Treffen", sagte er vor den zweitägigen Beratungen in der türkischen Hauptstadt. "China werden wir natürlich sicherlich intensiver diskutieren. Wir werden auch aufmerksam zuhören, wie die chinesischen Verantwortlichen das selber sehen." Zudem würden Bewertungen durch Institutionen wie den Internationalen Währungsfonds (IWF) erörtert. Die G20-Finanzminister werden Anfang Oktober sowie im November erneut zusammenkommen.

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt steuert auf ein weit schwächeres Wirtschaftswachstum zu als erwartet. Seit Mitte Juni sind die Aktienmärkte in China trotz der Interventionen der Pekinger Führung abgestürzt. Auch andere Finanzmärkte waren betroffen, weshalb es Sorgen vor einer neuen globalen Krise gibt.

Für Unruhe hatte auch eine Abwertung der chinesischen Währung gesorgt. Einige Kritiker sehen darin die Gefahr, dass Peking seine Währung wieder zulasten anderer Länder manipuliert. Andere bewerten dies dagegen als Schritt für eine weitere Marktöffnung.

Auch Schäuble betonte, Peking habe sich in in der Währungspolitik auf die Dinge hin bewegt, die als notwendig erachtet würden, um Chinas Währung in den IWF-Währungskorb aufzunehmen. 

China hofft, dass der Yuan (Renminbi) zu einer Weltreservewährung aufsteigt. Bisher sind neben dem US-Dollar und dem Euro das britische Pfund und der japanische Yen in dem IWF-Korb der Weltwährungen enthalten. Daraus setzen sich die sogenannten Sonderziehungsrechte (SZR) zusammen, eine künstliche, vom IWF geschaffene Währungseinheit. 

In Ankara wird auch über die Niedrigzinsphase gesprochen. Mit Spannung wird auf eine mögliche Zinswende in den USA gewartet. Wegen der Turbulenzen rund um China gab es zuletzt Zweifel, dass die US-Notenbank Fed schon bald eine Abkehr von der Politik des billigen Geldes einleitet und die Zinsen anhebt.

Schäuble pochte erneut auf einen Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes: "Ich glaube, wir haben nicht zu wenig Liquidität in den Märkten, und wir haben auch nicht zu wenig Schulden." Es bestehe eher die "Gefahr von Blasenbildungen", sagte er: "Europa steht nicht im Mittelpunkt des Treffens."

Unmittelbar vor dem G20-Treffen warnte der Internationale Währungsfonds (IWF), die sich abkühlende Konjunktur in China und die Schwankungen an den Finanzmärkten könnten sich erheblich auswirken. Als weitere Risiken wurden auch ein stärkerer Dollar und Währungsabwertungen in Schwellenländern, fallende Rohstoffpreise sowie ein geringerer Kapitalzufluss genannt: "Ein gleichzeitiges Eintreffen einiger dieser Risiken würde eine viel schwächere Aussicht bedeuten." Im Juli hatte der IWF die Prognose für das globale Wachstum 2015 auf 3,3 Prozent gesenkt. 

Indien warnte vor einem wettbewerbsbedingten Abwertungswettlauf. Das Finanzministerium des G20-Landes sprach von einer "großen Bedrohung für die Stabilität in der Weltwirtschaft". 

(dpa)
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