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Südchinesisches Meer
China droht im Inselstreit mit Flugüberwachungszone

China droht im Inselstreit mit Flugüberwachungszone
Im Südchinesischen Meer gibt es Streit zwischen China und seinen Nachbarn FOTO: dpa
Peking . Im Streit mit der internationalen Gemeinschaft über Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer droht China mit der Einrichtung einer Flugüberwachungszone.

"Wenn unsere Sicherheit bedroht wird, haben wir natürlich das Recht, eine solche Zone auszuweisen", sagte Vize-Außenminister Liu Zhenmin, nachdem das UN-Schiedsgericht am Dienstag entschieden hatte, dass es für die chinesischen Gebietsansprüche keine Grundlage gibt. Die Errichtung hänge vom Grad der Bedrohung ab, der China ausgesetzt sei.

Er hoffe, andere Länder würden die Gelegenheit nicht ausnutzen, China zu bedrohen. "Wir hoffen, dass sie mit China zusammenarbeiten, um Frieden und Stabilität im Südchinesischen Meer zu schützen und es nicht dazu kommen lassen, dass das Südchinesische Meer der Ursprung eines Kriegs wird", sagte er.

China hat bereits über dem Ostchinesischen Meer eine Flugüberwachungszone eingerichtet. Sie wird aber von den USA und anderen Ländern nicht anerkannt.

Folgen des Urteils unklar

In Den Haag hatte das UN-Schiedsgericht die Pekinger Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer zurückgewiesen. China hatte in den zurückliegen Jahren begonnen, seine Ansprüche mit dem Bau etwa von Landerampen und der Aufschüttung künstlicher Inseln zu untermauern. Die Philippinen hatten das Schiedsgericht eingeschaltet, nachdem Chinas Ansprüche die in dem UN-Vertrag festgelegte und 200 Meilen große exklusive Meereszone des Inselstaates verletzten.

Zwar wurde das Urteil als wichtiges juristisches Machtwort in dem Territorialstreit wahrgenommen, doch sind dessen Folgen unklar. Denn es gibt keinen Mechanismus, um den Schiedsspruch umzusetzen.

(crwo/ap)
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