Taiwans Vizepräsident geehrt: China vergibt Friedenspreis an Politiker
zuletzt aktualisiert: 09.12.2010 - 09:49Peking (RPO). China stellt dem Nobelpreis eine eigene Auszeichnung für den Frieden entgegen. Mit dem Konfuzius-Preis soll am Donnerstag der frühere taiwanische Vizepräsident Lien Chan für seine Bemühungen geehrt werden, Frieden zwischen Taiwan und dem chinesischen Festland zu schaffen.
Der Preis soll den "chinesischen Blick" auf den Frieden verdeutlichen, wie die Organisatoren erklärten. Lien sei aus acht Nominierten ausgewählt worden. Liens Büro in Taipeh erklärte am Mittwoch, er sei über die Auszeichnung nicht offiziell informiert worden.
China hat sich zudem gegen Kritik verwahrt. Jeglicher Versuch, in der Angelegenheit Druck auf China auszuüben, werde ohne Erfolg bleiben, sagte eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums am Donnerstag. China hat bereits mehrfach klar gestellt, dass der inhaftierte Preisträger Liu Xiaobo nicht zur Feier ausreisen dürfe.
Zudem verhängte das Land zuletzt ein weitreichendes Reiseverbot für Regimekritiker und deren Familien. Auch die Frau Lius darf nicht zur Feier am Freitag reisen. Die Regierung wirft Liu Anstiftung zum Umsturz vor und hat eine Haftstrafe von elf Jahren verhängt.
China selbst hat Druck auf seine wichtigsten Verbündeten ausgeübt. So nehmen 18 Länder nicht an der Zeremonie in Norwegen teil. Die meisten von ihnen haben enge Beziehungen zu China oder teilen ebenso wenig wie das kommunistische Land die Menschenrechtskritik des Westens.
Am Freitag wird in Oslo der Friedensnobelpreis an den chinesischen Dissidenten Liu Xiaobo verliehen. China lässt ihn jedoch nicht ausreisen, um den Preis persönlich in Empfang zu nehmen.
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