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Rice ruft zu Gesprächen auf: China veröffentlicht Fotos von Tibet-Demonstranten

zuletzt aktualisiert: 21.03.2008 - 09:21

Peking (RPO). Die chinesischen Behörden haben im Internet Fotos von den meistgesuchten Teilnehmern der gewalttätigen Ausschreitungen in der tibetischen Hauptstadt Lhasa veröffentlicht. Gleichzeitig räumten die Chinesen den Gebrauch von Schusswaffen ein. US-Außenministerin Condoleezza Rice hat die Konfliktparteien in Tibet zum Gewaltverzicht aufgerufen.   

Auf Websites wie yahoo.com und sina.com waren am Freitag Fotos von 19 Demonstranten zu sehen, die während der Proteste in Lhasa eine Woche zuvor aufgenommen worden waren. Den Fotos ist der Aufruf beigefügt, der Polizei Hinweise über den Aufenthaltsort der Verdächtigen zu liefern.

Die staatliche Zeitung "Tibet Daily" berichtete, zwei der ursprünglich 21 Gesuchten seien bereits festgenommen worden. Die Behörden hatten die 21 Haftbefehle ausgestellt, nachdem ihr Ultimatum an Randalierer, sie sollten sich stellen, in der Nacht zu Dienstag abgelaufen war. "Die Polizei in Lhasa schwärmt aus, um die Hauptverdächtigen festzunehmen", hieß es in dem Bericht. Die chinesischen Behörden hatten am Donnerstag die Festnahme von 24 Verdächtigen bekanntgegeben. Weitere 170 Menschen hatten sich demnach wegen ihrer Teilnahme an den anti-chinesischen Protesten gestellt.

Nach amtlichen chinesischen Angaben waren bei den Protesten in Lhasa 13 Menschen ums Leben gekommen, wobei es sich ausschließlich um "unschuldige Zivilisten" gehandelt habe. Die Sicherheitskräfte hätten keine Demonstranten getötet. Die tibetische Exilregierung sprach von rund hundert Toten.

Rice ruft zu Gewaltverzicht auf

Condoleezza Rice hat die Konfliktparteien in Tibet zum Gewaltverzicht aufgerufen. Sie hoffe, dass China beim Vorgehen gegen die antichinesischen Proteste in Tibet "Zurückhaltung" übe, sagte Rice am Donnerstag vor Journalisten in Washington. Es sei jedoch wichtig, dass alle Seiten sich von Gewalt fern hielten. Während eines Telefonats mit ihrem chinesischen Amtskollegen Yang Jiechi am Mittwoch habe sie Peking zur Aufnahme eines Dialogs mit dem Dalai Lama gedrängt, fügte Rice hinzu.

Die Präsidentin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, hat nach einem Treffen mit dem Dalai Lama das Vorgehen der chinesischen Behörden gegen die Demonstranten in Tibet verurteilt und die internationale Gemeinschaft zum Handeln aufgerufen. "Wenn freiheitsliebende Menschen in aller Welt sich nicht zu China und den Chinesen in Tibet äußern, haben wir alle moralische Autorität verloren, uns zu Menschenrechten zu äußern," erklärte Pelosi am Freitag im nordindischen Dharamsala.

Der Besuch von Pelosi und einer Delegation des Kongresses war bereits vor den blutigen antichinesischen Protesten geplant. Nach Angaben von Exiltibetern wurden bei den Unruhen in Tibet und der Nachbarprovinz Gansu insgesamt 99 Menschen getötet. Die Regierung in Peking hat die Zahl der Todesopfer mit 16 angegeben.

Quelle: afp

 
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